20.00 Uhr
Yonic
Die Schweizer Künstlerin Geraldine Belmont lebt und arbeitet seit vier Jahren in der Brasilianischen Kleinstadt Itacaré an der Küste von Bahia, wo sie das Projekt “Yonic” gegründet hat. Yonic bezeichnet sich als “ökosophische” Zelle, die sozialen und umweltpolitischen Problemen realisierbare Lösungen entgegensetzen will. Was als Kunstprojekt anfing entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer lokal orientierten Produktionsstätte, die auf Wiederverwertung von Abfall spezialisiert ist.

Yonic Hauptquartier in Itacaré
Ein Beispiel für die Arbeitsweise von Yonic bildet FOUND, eine Reihe von Produkten die aus wiederverwendetem Plastik hergestellt werden. Plastiksäcke stellen eine massive Bedrohung für unsere Umwelt dar. Millionenfach ausgehändigt und durch ihre Leichtigkeit weit verstreut finden sie ihren Weg in abgelegene Zonen wo sie für den Tod von Tieren an Land und im Wasser verantwortlich sind, etwa wenn diese die kleinen Plastiksack-Fetzen fälschlicherweise als Nahrung interpretieren.
Yonic sammelt und reinigt solche Säcke ein und benutzt sie als Rohstoff für eine Reihe von Alltagsgegenständen (Taschen, Schuhe, Gürtel, etc.), die unter dem Label FOUND verkauft werden.

Säcke werden eingesammelt...

...und in eigenen Werkstätten wiederverwertet

Gelbeutel aus der Serie FOUND
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Yonic 1

Yonic 2
16.10.2008 -
19.10.2008
14.00 Uhr
Bicycle Film Festival
Im Rahmen des Bicycle Film Festival 2008, das in Zürich v.a. im Xenix statt findet, zeigt Corner College künstlerische Arbeiten mit Bezug aufs Radfahren von Wood Wood, Peter Sutherland, Max Knight und der Mediengruppe Bitnik. Mehr Details und ein vollständiges Programm des Fetivals finden Sie bald hier: Bicycle Film Festival.

"Walk Bike", Max Knight
17.12.2008
19.00 Uhr
Ausnahmezustand, was heisst das?
Sicherheit vor Recht — Moral statt Ethik
Das Gespräch findet im Rahmen der Ausstellung von Seline Baumgartner im Wartesaal statt.
In der Video-Audio-Installation "Shake Hands with the Devil" geht Seline Baumgartner der Frage von Selbstbestimmung nach. Dabei erforscht sie auf psychologischer Ebene Verhaltensweisen in Extremsituationen. Ausgangssituation bilden dabei vor allem jüngste Kriegsverbrechen, wo durch die Medien Verhaltensweisen der beteiligten Täter und betroffenen Opfern genaustens dokumentiert wurden. Dabei sind einige Taten von schier unvorstellbarer Grausamkeit aufgefallen und haben Fragen nach moralischem Verhalten in politischen Ausnahmezuständen aufgeworfen. Der Fakt, dass Menschen aufgrund solcher Ausnahmezustände zu Handlungen fähig sind, die man ihnen unter alltäglichen Bedingungen nicht im mindesten zutrauen würde, ist seit jeher beobachtbar. Seline Baumgartner untersucht in ihrer Arbeit anhand von psychologischen sowie literarischen Auszügen dieses Phänomen. Im Zentrum steht das Verhältnis von Selbstbestimmung und Fremdeinfluss.
Bereits in ihrer letzten Arbeit "Back Home", welche im Rahmen der Zürcher Stipendien Ausstellung im Helmhaus gezeigt wurde, thematisierte die Künstlerin die Rolle von Kriegsveteranen und verweist dabei auf die Grenze von Täter und Opfer, welche sich zu verwischen beginnt. Aus den wiedergegebenen Gesprächen mit den ehemaligen Soldaten wird klar, dass sie mit ihrem Verhalten eigene moralische Werteinstellungen überschritten haben.
20.00 Uhr
Les Boîtes de l'Avenir
Im Rahmen der Ausstellung "Dada & Fluxus" im Cabaret Voltaire präsentiert der Shop des Dada Hauses in Kooperation mit Corner College eine vierteilige Veranstaltungsreihe zum Thema "postfossiles Zeitalter". Die Reihe ist aufgeteilt in zwei Filmvorführungen und zwei Vorträge.

Les Boîtes de l'Avenir, Postfossil, 2009
Die Zürcher Designer-Gruppe "Postfossil" beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit den Problemen der Ressourcen-Knappheit und will durch den Einsatz alternativer Materialen auf einen bewussteren Umgang mit Rohstoffen hinweisen. Für die Ausstellung "Dada & Fluxus" entwickelten sie in Anlehnung an die Fluxus-Tradition die "Boîtes de l'Avenir", sozusagen Survival-Kits für das postfossile Zeitalter. In ihrem Vortrag stellen sie dieses Projekt vor und beantworten Fragen zu ihrer Arbeit.
Postfossil Website05.02.2009
20.00 Uhr
What is Peak Oil?
Im Rahmen der Ausstellung "Dada & Fluxus" im Cabaret Voltaire präsentiert der Shop des Dada Hauses in Kooperation mit Corner College eine vierteilige Veranstaltungsreihe zum Thema "postfossiles Zeitalter". Die Reihe ist aufgeteilt in zwei Filmvorführungen und zwei Vorträge.

Voraussage des Peak Oil (blau) und Realität der US Erdölproduktion (rot)
Teil 4:
Vortrag von Petra Huser von der Vereinigung ASPO (Association for the Study of Peak Oil)
Dass die Welt auf Peak Oil und Peak Gas zusteuert ist im Prinzip unbestritten. Zur Debatte steht: Wann werden Peak Oil und Peak Gas eintreten, und was werden wir tun, um mit dieser Herausforderung umzugehen. Die ASPO CH betont dazu: Erdöl wird in absehbarer Zeit knapp. Die Zeit vor dem Eintreten des Peak Oil sollte zur umsichtigen Vorbereitung genutzt werden.
ASPO Website11.06.2009
20.00 Uhr
Tattooing, Publishing and
International Dialogical Exchange
Thomas Jeppe (Australia), Founder of Serps Press, Author of Home Made Tattoos Rule and Co-Editor of WON Magazine, in discussion on the interconnected topics of “home mades”, independent production values and the convergent networks that grow around such idiomatic avenues of exchange.

Invitation
www.serpspress.com
www.nownow.com.au19.06.2009
20.00 Uhr
032c / Slavs & Tatars
Corner College and Motto Distribution cordially invite you to an evening dedicated to

www.032c.com
magazine: Editor Joerg Koch presents 032c’s diverse activities as a magazine and workshop from its modest beginnings to its latest summer issue. As a case study, Payam Sharifi of

www.slavsandtatars.com
will discuss the recent series commissioned for 032c, “79/89/09”, which reveals how our lives in 2009 are shaped by the events of ‘79 and ‘89. The first installment of this project discusses the Islamic Revolution in Tehran in 1979 via monobrows, modernism and mirrors...
http://www.032c.com
http://www.slavsandtatars.com
http://www.mottodistribution.com31.08.2009
20.00 Uhr
Go With The Guts
The Print Renaissance of the 60's (57min.) is part of a lecture series by Prof. Esther Sparks, Associate Curator of Prints and Drawings at the Art Institute of Chicago, discussing the resurgence of traditional print media in the US during the 1960's starting with the founders of this Renaissance, such luminary artists as Robert Rauschenberg, Jasper Johns, Robert Motherwell, Helen Frankenthaler, Jim Dine, James Rosenquist, Larry Rivers, and Frank O'Hara.

Prof. Esther Sparks
19.00 Uhr
Das Theremin
Das Anfangs der 1920er Jahre vom Russen Lev Termen entwickelte Theremin hat sich zu einem festen Bestandteil in der Musik entwickelt. Die klanglichen Möglichkeiten dieses eigentlich banalen Geräts, die sowohl an Geige, singende Säge, oder menschliche Stimme erinnern können, werden aber nur selten erforscht.
In den 1930er Jahren gab es für das Theremin und verwandte Instrumente wie die französische Ondes Martenot zahlreiche Stücke von Komponisten wie Joseph Schillinger, Arthur Honegger oder Percy Grainger. Später folgten Hollywood-Filmkomponisten wie Miklós Rózsa oder Bernhard Herrmann. Zwar sind "Ätherklänge" mittlerweile auch in der Popmusik fest verankert, doch viele der frühen Werke werden kaum mehr aufgeführt. Einen weiterhin experimentellen Zugang, wie ihn John Cage für das Theremin forderte, findet sich etwa bei der Interpretin Pamelia Kurstin oder dem Künstler Gordon Monahan.
Dieser Zugang ist auch für Lena Willikens das eigentlich spannende am Theremin mit seinem schwebenden und kaum kontrollierbaren Klang. Nach ihrer Einführung mit Bild- und Tonbeispielen wird sie zusätzlich live Theremin spielen.

Lena Willikens live, 2009
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe "Forum KK" für Forschung in Kunst und Kultur am Corner College Zürich in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Kulturwissenschaften (SGKW), unter der Leitung von Michael Hiltbrunner. 25.11.2009
18.00 Uhr
Beschlagnahmt: Rolf Heissler
Objekte aus dem Gefängnis
Rolf Heissler war Mitglied der Roten Armee Fraktion (RAF). In den 22 Jahren seiner Haft von 1979-2001 wurde seine Post überwacht, knapp 2000 Sendungen wurden beschlagnahmt. In ausgewählten Objekten zeigt die Ausstellung von Joachim Baur den Kampf um Kontrolle und die Kommunikation und Projektion unter den Bedingungen der Isolation. Sie wirft damit einen anderen Blick auf die lange Geschichte der Konfrontation von RAF, Staat und politischer Bewegung.

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Die Veranstaltung läuft im Rahmen der Reihe "Ästhetik@Subversion" der zHdK. Kommende Gäste in der Reihe sind Klaus Theweleit (Freiburg), 9.12.2009 und Dmitry Vilensky (St. Petersburg/Moskau), 13.1.2010
http://www.zhdk.ch/?vth24.02.2010
20.00 Uhr
The Uncanny --
Mike Kelleys schillerndes Langzeitprojekt

The Uncanny, 1993
Zur Zeit für 730 € bei Amazon im Angebot – "The Uncanny by Mike Kelley, artist" der Katalog zur vielbeachteten Ausstellung in der Tate Liverpool und dem Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig in Wien, 2004, ist mein Einstieg zu Kelleys Auseinandersetzung mit dem Unheimlichen, wie es als ästhetische Qualität von Freud beschrieben und von Kelley für den Ausstellungsraum angewandt wurde. Das Buch enthält neben den üblichen Komponenten eines Ausstellungskatalogs, wie Vorwort, kontextualisierende Essays, Werkverzeichnis, Dank usw., eine Erklärung von Kelley selbst sowie eine Reihe von Installationsansichten, die deutlich machen, dass die beiden Ausstellungen in Liverpool und Wien Reinszenierungen einer vorausgegangenen Ausstellung sind. Für die hatte sich Kelley 1993 im Rahmen der Skulpturenausstellung Sonsbeek im holländischen Arnheim die Rolle eines Kurators angeeignet, und zu deren Anlass und Dokumentation ebenfalls einen Katalog publiziert. Daraus ergeben sich eine Reihe von Fragen, denen ich in meinem Vortrag nachgehen werde. Was war der Kern der Ausstellung von 1993? Was mag zu Kelleys Rollenwechsel von Kurator zu Künstler geführt haben? Wie unterscheiden sich die beiden Publikationen? 10.03.2010
19.00 Uhr
An die Wand!
Aufstand, Subversion und die kulturelle
(Wieder-)Aneignung des Politischen
In der südmexikanischen Stadt Oaxaca, Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates, bestimmte in der zweiten Jahreshälfte 2006 ein Aufstand das politische, kulturelle und soziale Leben. Nachdem die von breiten Teilen der Bevölkerung unterstützte Erhebung Ende November mit Hilfe der Bundespolizei brutal niedergeschlagen worden war, gehörte es zu einer der ersten Maßnahmen der Behörden, alle Graffiti und Spuren von Street Art an den Wänden des historischen Zentrums und weit darüber hinaus zu übermalen. War die politische Wandmalerei zu subversiv?
Dass nicht jede Äußerung an den Wänden des öffentlichen Raumes diesen erst als emanzipatorischen konstituiert oder subversiv in ihn interveniert, lässt sich gerade in Mexiko zeigen, wo die politische Wandmalerei ("Muralismus") durchaus staatstragende und tourismusanziehende Funktionen erfüllt (hat). Dennoch zeugen auch diese bemalten Wände von der Geschichte der Involviertheit künstlerischer Praktiken in jene sozialer Bewegungen – eine Geschichte, die die akademische Kunstgeschichte bis heute weitgehend ignoriert.

"Arte Jaguar", Oaxaca, Mexiko
Entgegen dieser Ignoranz ebenso wie gegenüber einem linken Euphorismus, der in jedem Wandbild Akte kreativer Subversion entziffert, gilt es, sich auf die Suche nach Kriterien für das Subversive der Kunst zu machen. Repression, wie das behördliche Übermalen von Bildern, kann ein solches Kriterium kaum sein. Man findet sie eher in der Beantwortung der Frage, wie sich Formen der "Insurrektion" (Negri) mit dem Kampf um das "kollektive Unbewusste" (Bourdieu) verknüpfen.24.03.2010
19.00 Uhr
Politik des Glatten und des Gekerbten
Konstruktivismus des Raumes bei Deleuze und Guattari
Filz und Gewebe, Patchwork und Stickerei, eine nomadische und eine sesshafte Kunst: Neben Techniken des traditionellen Kunsthandwerks sind es einige Grundbegriffe einer elementaren Gestaltungslehre und einer neuen Ästhetik, die Gilles Deleuze (1925-1995) und Félix Guattari (1930-1992) zur Veranschaulichung und Definition ihrer Unterscheidung von glatten und gekerbten Räumen heranziehen: das Verhältnis von Punkt, Linie und Fläche, von taktiler, haptischer und optischer Wahrnehmung usw. Das Glatte und das Gekerbte bilden ein begriffliches Instrumentarium, mit dem sich – heute mehr denn je – politische und ökonomische Entwicklungen analysieren lassen: die prekäre Beziehung zwischen einer global agierenden Kriegsmaschine und einem lokalen Staatsapparat oder das Verschwinden der Grenze zwischen freier Tätigkeit und Arbeit.
Der Vortrag wird die Konzeption von Deleuze und Guattari nachzeichnen. In seinem Zentrum wird die Frage nach den ungenutzten Potenzialen ihrer Analyse stehen und damit zugleich die Frage nach einem bestimmten Verhältnis von Kunst, Ästhetik und Politik.
Eine Veranstaltung des MA Fine Arts / Departement Kunst & Medien / Zürcher Hochschule der Künste ZHdK
19.00 Uhr
Creative Anthropomorphism --
Animal Forms of Sociality and Cross Species Desires
Based on ideas inspired from her involvement in an Animal Studies group, Judith Jack Halberstam will discuss human-animal bonds, intimacies and antagonisms, about animal forms of sociality and cross species desires among other things.
On the website of "Ich Tier! (Du Mensch) – Du Tier! (Ich Mensch)" you will find an interview with Prof. Judith Jack Halberstam made by Cathérine Hug in the context of the project.

Professor Judith Jack Halberstam (Photo: Mathias Danbolt)
See also some of Judith Halberstam's published texts on related topics:
-- Modern Love?
-- Life Off the Leash. Or, Confessions of a Petophobe
This event, part of Ich Tie! (Du Mensch) – Du Tier! (Ich Mensch), is curated by Cathérine Hug and Isabel Reiss.05.05.2010
19.00 Uhr
No stories videos –
eine künstlerische Feldforschung
Die künstlerische Arbeitsweise des binationalen Künstlerteams Eva Paulitsch und Uta Weyrich (Österreich/Deutschland) besteht im Zerlegen, Sortieren und Untersuchen von ganz besonderem Filmmaterial- von Handyfilmen, die sie seit vier Jahren im öffentlichen Raum sammeln und in einem Archiv chronologisch einordnen.
Diese bizarre Sammlung entwickelt sich immer mehr zu einem faszinierenden Zeitdokument, zu einer eine Art Spurensicherung und Verortung der Gegenwart und ist die Basis ihrer künstlerischen Auseinandersetzung über Massenmedien und Trends und deren Einfluss auf sämtliche Bereiche der Gegenwartskultur. Die Filme als Indikator und Stellvertreter für gesellschaftliche Entwicklungen, Tendenzen und Diskurse wie Bild/Medienpolitik, Alltagskulturen, Rollenmodelle, Gender, Urbanität, Web2.0, glokale Kulturen und mediatisierte Identitäten. Damit einhergehend: stellen Handyfilme geeignete Werkzeuge dar die Welt abzubilden?

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An diesen Abend werden die beiden Künstlerinnen ihr Archiv öffnen und Einblicke in das gesammelte Filmmaterial ermöglichen. Die Besucher werden animiert sich mit ihrem potentiellen know-how und der eigenen Wahrnehmung dem Phänomen Handyfilm kritisch und spielerisch auseinanderzusetzen.
Mehr Infos unter http://www.pw-videoblog.de
Der Anlass findet im Rahmen von "Ästhetik Subversion", einer Vortragsreihe der Vertiefung Theorie in Zusammenarbeit mit dem Master of Fine Arts des Departements Kunst & Medien an der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK, statt.19.05.2010
19.00 Uhr
Von Taktik zu Strategie
Schlüssel nachhaltiger Subversion
Strategie wird oftmals dargestellt als würde sie sich auf
eine Position der Macht beziehen, mit einem isolierten
Territorium und einem deutlich abgegrenztem Anderem,
als ob Strategie an sich konservativ wäre und auf marginale
Praxen heterogener Agenten von Veränderung nicht an-
wendbar. Wenn aber das Konzept des Territoriums von
absoluten Räumen (wie Mauern, Brücken, Strassen, Bergen
oder Landesgrenzen) auf die relationale Raum-Zeit des
subjektiven Erlebens ausgedehnt wird, umfasst es auch
Träume, Erinnerungen, Frustrationen, Sehnsüchte und
Phantasmen. Die langfristigen Wirkungslinienverdeckten
Imagineerings und der Technologien der Vorstellungskraft
reichen weit über unmittelbare taktische Interventionen
oder ihre dekorativen Aneignungen hinaus. Strategien der
Veränderung und der Beeinflussung relationaler Raum-Zeit
in der Informations-Matrix verwandeln Potenziale kognitiver
Arbeit in strategische Realitäten.

Strategic Reality Dictionary (2009)
Eine Veranstaltung in der Vortragsreihe Ästhetik@Subversion
der Vertiefung Theorie in Zusammenarbeit mit dem Master of
Fine Arts des Departements Kunst & Medien der Zürcher
Hochschule der Künste ZHdK.
16.07.2010
19.00 Uhr
Mexico 68 / CU
Die in New York lebende Künstlerin Heidrun Holzfeind stellt drei ihrer neusten Arbeiten vor. "Mexico 68" besteht aus einer achtzehnteiligen Interviewserie, die zwischen 2005 und 2007 entstand. Darin dokumentiert Holzfeind die individuellen Lebensläufe ehemaliger Studierender der Universität Mexiko, die 1968 ein Sechspunkteprogramm für bürgerliche Freiheiten und gegen staatliche Repression formulierten. Auf diese Forderung folgten landesweite Streiks, die kurz vor der Olympiade 1968 in Mexiko, zur Besetzung der "Ciudad Universitaria" (CU), einer nach den architektonischen Konzepten der Moderne gestrickter Campus, durch die Armee führten. Es folgte ein Massaker an den Studierenden und eine Verhaftungswelle. Die Opfer wurden in den letzten Jahren für ihr Leiden offiziell vom Staat Mexiko entschädigt, wobei die historischen Ereignisse gesellschaftliche noch nicht komplett aufgearbeitet und akzeptiert sind.

Mexico 68
Holzfeind nähert sich diesen Geschehnissen nicht mit den Mitteln der Geschichtsschreibung, die eine Objektivierung der Ereignisse suchen würde. Vielmehr macht sie in ihren Arbeiten die zeitliche Distanz der Aussenstehenden deutlich
und zeigt die Verstrickungen des Individuums in den historischen Begebenheiten sowie deren Idealvorstellungen von Gemeinschaft, die an der herrschenden politischen Situation zerschellten. Zuletzt wirft auch "CU" in 53 ganzseitigen Fotografien die Frage auf, inwiefern die Architekturmoderne die Vorstellungen von Freiheit und Gemeinschaft, die sie anfänglich als ihr Paradigma erhob, hat oder hätte einlösen können.
Ähnlich verhält es sich mit "Behind the Iron Gate / Za Zelazna Brama", einer Dokumentation des Lebens in der Warschauer Planstadt, die in den Jahren 1965-1972 auf den Trümmern des Jüdischen Ghettos errichtet wurde, die im Kinoraum gezeigt wird.
Heidrun Holfeinds Arbeit zeichnet sich dadurch aus, dass sie augenscheinlich mit den Mitteln der Dokumentation arbeitet, damit aber eine Form der künstlerischen Forschung betreibt. Dieser Ansatz erlaubt es Erkenntnisfragen, wie sie üblicherweise in der Wissenschaft zum Zuge kommen, um eine ästhetische Form zu erweitern, die subjektive und individuelle Momente einfangen kann.
Das Gespräch wird moderiert von Stefan Wagner.
Die drei Arbeiten sind bei Kodoij Press in Baden erschienen, der von Winfried Heininger geführt wird. Kodoji Press setzt nicht auf bestehende Distributionssysteme, sondern auf Direktvertrieb und ein Netzwerk aus ausgewählten Buchläden, Museumsshops und Kunstmessen.
Mexico 68/CU erscheint in einer zweibändigen Auflage von 700 Stück.
Behind The Iron Gate / Za Zelazna Brama erscheint als DVD mit Booklet in einer Auflage von 500 Stück. Herausgegeben von CCA Ujazdowski Castle, Warsaw .
Die Veranstaltung erfolgt in Zusammenarbeit mit Motto Distribution Zürich und Kodoji Press Baden.

