Tuesday, 24.02.2009
20:00h
Ästhesen — zeitgenössische Kunst denken:
#1 "Gute Kunst ist billig und billige Kunst ist gut"
"Ästhesen" beabsichtigt künstlerische Praktikerinnen und ästhetische Theoretikerinnen im Rahmen eines öffentlichen Anlasses miteinander kurzzuschliessen und damit eine Schnittstelle für eine gemeinsame theoretische Reflexion jenseits von Feuilleton oder Akademie zu eröffnen. Die Form orientiert sich primär am Dialog, inhaltlich soll es um aktuelle ästhetische Problemstellungen gehen. Ziel ist es, dass sich ein reflexives und vermittelndes Gespräch mit Bezug zur zeitgenössischen Kunst entfalten kann, an dem die verschiedenen Protagonistinnen des Kunstsystems gleichermassen teilnehmen und von einander profitieren, indem sie nicht nur über einander, sondern auch miteinander reden.
Die Diskussion wird jeweils mit einer Eingangsthese initiiert, die von einer eingeladenen Person vorgestellt wird. Im Anschluss werden Fragen, Beobachtungen und Phänomene gemeinsam diskutiert werden. Die vorgestellte These soll auf einer pointierten Fragestellung basieren oder einem scheinbaren Widerspruch im Kunstsystem, der ein Mindestmass an theoretischem Problembewusstsein und Hintergrundwissen voraussetzen kann, zugleich aber losgelöst von systematischen Theorien bzw. ohne deren fundierte Kenntnis erörtert werden kann.

Ästhesen Vol. 1
Imre Hofmann stellt am kommenden Mittwoch seine These "Gute Kunst ist billig und billige Kunst ist gut" vor. Dabei handelt es sich um ein Thesendoppelpack, mit dem die Frage nach dem wechselseitigen Abhängigkeitsverhältnis zwischen den ökonomischen Herstellungsbedingungen und der qualitativen Bewertung von Kunst thematisieren wird.
Konzeption: Imre Hofmann in Zusammenarbeit mit Corner College
Saturday, 28.02.2009
20:00h
Herzog in Hollywood 1/4:
Grizzly Man
Die vierteilige Reihe "Herzog in Hollywood" wird von Norina Allemann und Susanne von Ledebur präsentiert und jeweils mit einer kurzen Einführung gestartet. "Herzog in Hollywood" zeigte folgende vier Filme:
01.03.2009 -- Grizzly Man
08.03.2009 -- Incident at Loch Ness
15.03.2009 -- Julien Donkey Boy
22.03.2009 -- Encounters at the End of the World
Werner Herzog lebt seit einigen Jahren in Los Angeles. Er habe in diejenige amerikanische Stadt ziehen wollen, die am meisten Substanz habe, erklärte Herzog dem "Guardian" die Wahl seines Wohnorts. Das sei definitiv nicht New York, weil New York zu einem guten Teil auf einer aus Europa geliehenen Kultur basiere. Los Angeles hingegen habe eine eigene Schaffenskraft, die Stadt weise eine faszinierende Dichte an Dingen und Menschen auf, die es sonst in der Welt nicht gibt. Die Kontrollstation für die Marsmission in Pasadena sei zum Beispiel keine dreissig Minuten von seinem Wohnort entfernt, so Herzog, und er gehe regelmässig hin. Und nicht zuletzt würden in Los Angeles die kollektiven Träume der ganzen Welt gefertigt, sagte Herzog und meinte damit selbstverständlich Hollywood.
Tatsächlich scheint der deutsche Regisseur mittlerweile in Hollywood angekommen zu sein. Nach seinem ersten Hollywoodfilm "Rescue Dawn" mit Christian Bale in der Hauptrolle hat er soeben einen Horrorthriller abgedreht und Produzent von "My Son, My Son, What Have Ye Done" ist kein Geringerer als David Lynch. Wie sehr Herzog und seine Filme in Amerika zu allgemeiner Bekanntheit gelangt sind, zeigt sich unter anderem daran, dass sich gleich mehrere amerikanische Filmemacher auf ihn beziehen. Beispielsweise Harmony Korine. Das enfant terrible des amerikanischen Films setzt Werner Herzog in seinen Filmen als Schauspieler ein, zuletzt in "Mister Lonely". Wir zeigen "Julien Donkey Boy" (1999). Darin lässt Korine ihn nicht nur den bösen Vater spielen - den "Evil German" wie ihn Herzog auch in Zak Penns "The Grand" verkörpert – Herzog kommt auch über eine lange Strecke aus dem Off zu Wort und erzählt in seiner unnachahmlichen Weise eine seiner vielen Geschichten. Diese Hommage zeigt Herzog als jene Legende, zu der er sich selbst gerne stilisiert. Weniger seiner Person, als vielmehr seiner Art zu filmen und seinem Verständnis von Fakten und Fiktion ist "Incident at Loch Ness" (2003) gewidmet. Regisseur Zak Penn lässt Herzog hier nicht nur von seinen abstrusen Abenteuern berichten, er spielt regelrecht mit Herzogs Wahrheitsverständnis. Erfindet Herzog in seinen Dokumentarfilmen Szenen dazu, um eine Figur klarer zu zeigen und lässt er in seinen fiktionalen Filmen tatsächlich auf dem Set geschehen, was der Zuschauer zu sehen bekommt, so führt Penn diese Verzahnung von Fakten und Fiktion nochmals eine Drehung weiter.

Grizzly Man
Umrahmt werden diese beiden Filme von Werner Herzogs zwei letzten Dokumentarfilmen, die zu seinen beeindruckendsten gehören und mit denen er in Amerika auf grosses Echo gestossen ist. In "Grizzly Man" (2005) verwebt Herzog das Filmmaterial des selbst ernannten Grizzly-Beschützers Treadwell mit seiner eigenen Spurensuche nach der Hinterlassenschaft des Bärenfreaks, der es zu einiger Berühmtheit gebracht hatte, bis er 2003 von einem Grizzly angefallen und gefressen wurde. In "Encounters at the End of the World" (2007) reist Herzog in die Antarktis, um dort auf eine Gruppe forschender Sonderlinge zu stossen, inmitten sensationeller Naturphänomene. Herzogs letzter Dokumentarfilm wurde für einen Oscar nominiert und bis wir ihn im März zeigen, hat er ihn vielleicht schon gewonnen. Dann wäre Herzog endgültig in Hollywood angekommen.
Tuesday, 03.03.2009
19:00h
Moderato Cantabile &
Rockstar Haider
Eintritt: 3.- mit Stuhl / 7.- ohne Stuhl
19.30 Uhr
MODERATO CANTABILE
Nach Marguerite Duras Roman "Moderator Cantabile"
Regie: Laura Koerfer
20.45 Uhr
ROCKSTAR HAIDER
Eine Collage mit Jörg Haider, Courtney Love,
Hans-Ruedi Merz
Regie: Dominik Locher
Für das Festival "Theater in allen Räumen" inszenierte Laura Koerfer im Januar 2009 in enger Zusammenarbeit mit drei Schauspielern "Moderato Cantabile" nach dem Roman von Marguerite Duras. Nach einem Studium der Theaterwissenschaft in Wien erprobt Koerfer in ihrer Praxis die Ausdehnung theatraler Formen. 2008 setzte das Theaterstück "Jeff Koons" von Rainald Goetz um. Laura Koerfer (23) lebt und arbeitet in Zürich und ist Regiestudentin an der ZHdK.
Dominik Locher's neusten Stück "Rockstar Haider" werden die die tragischen Ereignisse des letzten Oktobers reflektiert. Dabei schafft der Regisseur mit spielerischer Leichtigkeit den Tod von Jörg Haider, die Tragödie um Hans-Ruedi Merz und die Finanzkrise auf eine erfischende Art und Weise zu einer anregenden und unterhaltsamen Collage zusammenzufügen. Mit dabei sind ausserdem seine Muse Alice LaBoum in der Rolle der Courtney Love und seine Band "Twinzest" als "Twinzest". Dominik Locher (26) studiert Theaterregie an der ZHdK. Grossgeworden in den Bergen und Sibirien, lebt und wirkt er seit mehreren Jahren in Zürich. Seine Arbeiten sind stets eine Gratwanderung zwischen Kitsch und Kunst, Unterhaltung und Reflexion.

Koerfer / Locher
Saturday, 07.03.2009
20:00h
Herzog in Hollywood 2/4:
Incident at Loch Ness
Die vierteilige Reihe "Herzog in Hollywood" wird von Norina Allemann und Susanne von Ledebur präsentiert und jeweils mit einer kurzen Einführung gestartet. "Herzog in Hollywood" zeigte folgende vier Filme:
01.03.2009 -- Grizzly Man
08.03.2009 -- Incident at Loch Ness
15.03.2009 -- Julien Donkey Boy
22.03.2009 -- Encounters at the End of the World
Werner Herzog lebt seit einigen Jahren in Los Angeles. Er habe in diejenige amerikanische Stadt ziehen wollen, die am meisten Substanz habe, erklärte Herzog dem "Guardian" die Wahl seines Wohnorts. Das sei definitiv nicht New York, weil New York zu einem guten Teil auf einer aus Europa geliehenen Kultur basiere. Los Angeles hingegen habe eine eigene Schaffenskraft, die Stadt weise eine faszinierende Dichte an Dingen und Menschen auf, die es sonst in der Welt nicht gibt. Die Kontrollstation für die Marsmission in Pasadena sei zum Beispiel keine dreissig Minuten von seinem Wohnort entfernt, so Herzog, und er gehe regelmässig hin. Und nicht zuletzt würden in Los Angeles die kollektiven Träume der ganzen Welt gefertigt, sagte Herzog und meinte damit selbstverständlich Hollywood.
Tatsächlich scheint der deutsche Regisseur mittlerweile in Hollywood angekommen zu sein. Nach seinem ersten Hollywoodfilm "Rescue Dawn" mit Christian Bale in der Hauptrolle hat er soeben einen Horrorthriller abgedreht und Produzent von "My Son, My Son, What Have Ye Done" ist kein Geringerer als David Lynch. Wie sehr Herzog und seine Filme in Amerika zu allgemeiner Bekanntheit gelangt sind, zeigt sich unter anderem daran, dass sich gleich mehrere amerikanische Filmemacher auf ihn beziehen. Beispielsweise Harmony Korine. Das enfant terrible des amerikanischen Films setzt Werner Herzog in seinen Filmen als Schauspieler ein, zuletzt in "Mister Lonely". Wir zeigen "Julien Donkey Boy" (1999). Darin lässt Korine ihn nicht nur den bösen Vater spielen - den "Evil German" wie ihn Herzog auch in Zak Penns "The Grand" verkörpert – Herzog kommt auch über eine lange Strecke aus dem Off zu Wort und erzählt in seiner unnachahmlichen Weise eine seiner vielen Geschichten. Diese Hommage zeigt Herzog als jene Legende, zu der er sich selbst gerne stilisiert. Weniger seiner Person, als vielmehr seiner Art zu filmen und seinem Verständnis von Fakten und Fiktion ist "Incident at Loch Ness" (2003) gewidmet. Regisseur Zak Penn lässt Herzog hier nicht nur von seinen abstrusen Abenteuern berichten, er spielt regelrecht mit Herzogs Wahrheitsverständnis. Erfindet Herzog in seinen Dokumentarfilmen Szenen dazu, um eine Figur klarer zu zeigen und lässt er in seinen fiktionalen Filmen tatsächlich auf dem Set geschehen, was der Zuschauer zu sehen bekommt, so führt Penn diese Verzahnung von Fakten und Fiktion nochmals eine Drehung weiter.

Incident at Loch Ness
Umrahmt werden diese beiden Filme von Werner Herzogs zwei letzten Dokumentarfilmen, die zu seinen beeindruckendsten gehören und mit denen er in Amerika auf grosses Echo gestossen ist. In "Grizzly Man" (2005) verwebt Herzog das Filmmaterial des selbst ernannten Grizzly-Beschützers Treadwell mit seiner eigenen Spurensuche nach der Hinterlassenschaft des Bärenfreaks, der es zu einiger Berühmtheit gebracht hatte, bis er 2003 von einem Grizzly angefallen und gefressen wurde. In "Encounters at the End of the World" (2007) reist Herzog in die Antarktis, um dort auf eine Gruppe forschender Sonderlinge zu stossen, inmitten sensationeller Naturphänomene. Herzogs letzter Dokumentarfilm wurde für einen Oscar nominiert und bis wir ihn im März zeigen, hat er ihn vielleicht schon gewonnen. Dann wäre Herzog endgültig in Hollywood angekommen.
Friday, 13.03.2009
18:00h
Movie is on loop from 18.00 till 22.00
Artists are present
Annika Larsson and Samuel Nyholm Second Release "Scenografi", 2008, b/w, 61 min. The film, shot in Berlin, partly on 16mm, follows the construction of a set design in wood, inspired by the typical kind of rudimentary cartoons you find in the marigin of newspapers or cross word magazines. Along with the construction and deconstruction, the Scenografi of wood becomes an arena for performances, dinners, friendly meetings, arguments, tears, nudity and general decadence, including interference from invited and uninvited guests such as: Tobias Bernstrup, Saralunden, SNOWP, Körner Union, Michael Portnoy and the Sect of Wood.

Steve and Ross
The book, made together with Nazareno Crea, consists of outtakes from the film, transcripts of dialogue and documentation of the process. In total 162 pages b/w offset, hand binded with analogue interventions. It’s published by New Print International Publisher in collaboration with Nieves Books. The book and a screen printed poster can be purchased for a special price during the the release. The film will be shown the whole evening.
PROJECT by Annika Larsson and Samuel Nyholm.
BOOK by Annika Larsson, Samuel Nyholm and Nazareno Crea.
POSTERS by Körner Union, David Keshavjee, Maud Constantin, Nazareno Crea, Samuel Nyholm, Annika Larsson, Sara Lundén, Tobias Bernstrup, Jonas Isfält and Simon Haenni
This project was made with financial support from the Swedish Arts Grants Committee
Saturday, 14.03.2009
20:00h
Herzog in Hollywood 3/4:
Julien Donkey Boy
Die vierteilige Reihe "Herzog in Hollywood" wird von Norina Allemann und Susanne von Ledebur präsentiert und jeweils mit einer kurzen Einführung gestartet. "Herzog in Hollywood" zeigte folgende vier Filme:
01.03.2009 -- Grizzly Man
08.03.2009 -- Incident at Loch Ness
15.03.2009 -- Julien Donkey Boy
22.03.2009 -- Encounters at the End of the World
Werner Herzog lebt seit einigen Jahren in Los Angeles. Er habe in diejenige amerikanische Stadt ziehen wollen, die am meisten Substanz habe, erklärte Herzog dem "Guardian" die Wahl seines Wohnorts. Das sei definitiv nicht New York, weil New York zu einem guten Teil auf einer aus Europa geliehenen Kultur basiere. Los Angeles hingegen habe eine eigene Schaffenskraft, die Stadt weise eine faszinierende Dichte an Dingen und Menschen auf, die es sonst in der Welt nicht gibt. Die Kontrollstation für die Marsmission in Pasadena sei zum Beispiel keine dreissig Minuten von seinem Wohnort entfernt, so Herzog, und er gehe regelmässig hin. Und nicht zuletzt würden in Los Angeles die kollektiven Träume der ganzen Welt gefertigt, sagte Herzog und meinte damit selbstverständlich Hollywood.
Tatsächlich scheint der deutsche Regisseur mittlerweile in Hollywood angekommen zu sein. Nach seinem ersten Hollywoodfilm "Rescue Dawn" mit Christian Bale in der Hauptrolle hat er soeben einen Horrorthriller abgedreht und Produzent von "My Son, My Son, What Have Ye Done" ist kein Geringerer als David Lynch. Wie sehr Herzog und seine Filme in Amerika zu allgemeiner Bekanntheit gelangt sind, zeigt sich unter anderem daran, dass sich gleich mehrere amerikanische Filmemacher auf ihn beziehen. Beispielsweise Harmony Korine. Das enfant terrible des amerikanischen Films setzt Werner Herzog in seinen Filmen als Schauspieler ein, zuletzt in "Mister Lonely". Wir zeigen "Julien Donkey Boy" (1999). Darin lässt Korine ihn nicht nur den bösen Vater spielen - den "Evil German" wie ihn Herzog auch in Zak Penns "The Grand" verkörpert – Herzog kommt auch über eine lange Strecke aus dem Off zu Wort und erzählt in seiner unnachahmlichen Weise eine seiner vielen Geschichten. Diese Hommage zeigt Herzog als jene Legende, zu der er sich selbst gerne stilisiert. Weniger seiner Person, als vielmehr seiner Art zu filmen und seinem Verständnis von Fakten und Fiktion ist "Incident at Loch Ness" (2003) gewidmet. Regisseur Zak Penn lässt Herzog hier nicht nur von seinen abstrusen Abenteuern berichten, er spielt regelrecht mit Herzogs Wahrheitsverständnis. Erfindet Herzog in seinen Dokumentarfilmen Szenen dazu, um eine Figur klarer zu zeigen und lässt er in seinen fiktionalen Filmen tatsächlich auf dem Set geschehen, was der Zuschauer zu sehen bekommt, so führt Penn diese Verzahnung von Fakten und Fiktion nochmals eine Drehung weiter.

Harmony and Werner
Umrahmt werden diese beiden Filme von Werner Herzogs zwei letzten Dokumentarfilmen, die zu seinen beeindruckendsten gehören und mit denen er in Amerika auf grosses Echo gestossen ist. In "Grizzly Man" (2005) verwebt Herzog das Filmmaterial des selbst ernannten Grizzly-Beschützers Treadwell mit seiner eigenen Spurensuche nach der Hinterlassenschaft des Bärenfreaks, der es zu einiger Berühmtheit gebracht hatte, bis er 2003 von einem Grizzly angefallen und gefressen wurde. In "Encounters at the End of the World" (2007) reist Herzog in die Antarktis, um dort auf eine Gruppe forschender Sonderlinge zu stossen, inmitten sensationeller Naturphänomene. Herzogs letzter Dokumentarfilm wurde für einen Oscar nominiert und bis wir ihn im März zeigen, hat er ihn vielleicht schon gewonnen. Dann wäre Herzog endgültig in Hollywood angekommen.
Saturday, 21.03.2009
20:00h
Herzog in Hollywood 4/4:
Encounters at the End of the World
Die vierteilige Reihe "Herzog in Hollywood" wird von Norina Allemann und Susanne von Ledebur präsentiert und jeweils mit einer kurzen Einführung gestartet. "Herzog in Hollywood" zeigte folgende vier Filme:
01.03.2009 -- Grizzly Man
08.03.2009 -- Incident at Loch Ness
15.03.2009 -- Julien Donkey Boy
22.03.2009 -- Encounters at the End of the World
Werner Herzog lebt seit einigen Jahren in Los Angeles. Er habe in diejenige amerikanische Stadt ziehen wollen, die am meisten Substanz habe, erklärte Herzog dem "Guardian" die Wahl seines Wohnorts. Das sei definitiv nicht New York, weil New York zu einem guten Teil auf einer aus Europa geliehenen Kultur basiere. Los Angeles hingegen habe eine eigene Schaffenskraft, die Stadt weise eine faszinierende Dichte an Dingen und Menschen auf, die es sonst in der Welt nicht gibt. Die Kontrollstation für die Marsmission in Pasadena sei zum Beispiel keine dreissig Minuten von seinem Wohnort entfernt, so Herzog, und er gehe regelmässig hin. Und nicht zuletzt würden in Los Angeles die kollektiven Träume der ganzen Welt gefertigt, sagte Herzog und meinte damit selbstverständlich Hollywood.
Tatsächlich scheint der deutsche Regisseur mittlerweile in Hollywood angekommen zu sein. Nach seinem ersten Hollywoodfilm "Rescue Dawn" mit Christian Bale in der Hauptrolle hat er soeben einen Horrorthriller abgedreht und Produzent von "My Son, My Son, What Have Ye Done" ist kein Geringerer als David Lynch. Wie sehr Herzog und seine Filme in Amerika zu allgemeiner Bekanntheit gelangt sind, zeigt sich unter anderem daran, dass sich gleich mehrere amerikanische Filmemacher auf ihn beziehen. Beispielsweise Harmony Korine. Das enfant terrible des amerikanischen Films setzt Werner Herzog in seinen Filmen als Schauspieler ein, zuletzt in "Mister Lonely". Wir zeigen "Julien Donkey Boy" (1999). Darin lässt Korine ihn nicht nur den bösen Vater spielen - den "Evil German" wie ihn Herzog auch in Zak Penns "The Grand" verkörpert – Herzog kommt auch über eine lange Strecke aus dem Off zu Wort und erzählt in seiner unnachahmlichen Weise eine seiner vielen Geschichten. Diese Hommage zeigt Herzog als jene Legende, zu der er sich selbst gerne stilisiert. Weniger seiner Person, als vielmehr seiner Art zu filmen und seinem Verständnis von Fakten und Fiktion ist "Incident at Loch Ness" (2003) gewidmet. Regisseur Zak Penn lässt Herzog hier nicht nur von seinen abstrusen Abenteuern berichten, er spielt regelrecht mit Herzogs Wahrheitsverständnis. Erfindet Herzog in seinen Dokumentarfilmen Szenen dazu, um eine Figur klarer zu zeigen und lässt er in seinen fiktionalen Filmen tatsächlich auf dem Set geschehen, was der Zuschauer zu sehen bekommt, so führt Penn diese Verzahnung von Fakten und Fiktion nochmals eine Drehung weiter.

Encounters at the End of the World
Umrahmt werden diese beiden Filme von Werner Herzogs zwei letzten Dokumentarfilmen, die zu seinen beeindruckendsten gehören und mit denen er in Amerika auf grosses Echo gestossen ist. In "Grizzly Man" (2005) verwebt Herzog das Filmmaterial des selbst ernannten Grizzly-Beschützers Treadwell mit seiner eigenen Spurensuche nach der Hinterlassenschaft des Bärenfreaks, der es zu einiger Berühmtheit gebracht hatte, bis er 2003 von einem Grizzly angefallen und gefressen wurde. In "Encounters at the End of the World" (2007) reist Herzog in die Antarktis, um dort auf eine Gruppe forschender Sonderlinge zu stossen, inmitten sensationeller Naturphänomene. Herzogs letzter Dokumentarfilm wurde für einen Oscar nominiert und bis wir ihn im März zeigen, hat er ihn vielleicht schon gewonnen. Dann wäre Herzog endgültig in Hollywood angekommen.
Thursday, 26.03.2009
19:00h
100 Jahre Tel Aviv:
Die neue hebräische Kultur und
ihre visuelle Repräsentation
Im Jahre 1909 wurde vor den Toren der arabisch dominierten Hafenstadt Jaffa der Grundstein für die zukünftige Stadt Tel Aviv gelegt. Die Gründung war Teil der Bemühungen um den Aufbau einer jüdischen Gesellschaft im "Land Israel", wie sie der Zionismus als jüdische Nationalbewegung anstrebte. Ausgehend von der Erosion der traditionellen Religiosität, der Bedrängung der Juden im zaristischen Russland und der tiefen Krise der Aufklärung in Westeuropa formulierte der Zionismus die Notwendigkeit einer radikalen Erneuerung jüdischer Kollektividentität nach dem Muster des europäischen Nationalismus. Im Laufe der 1920er Jahren etablierte sich Tel Aviv mit der zunehmenden jüdischen Einwanderung ins mittlerweile unter britischer Verwaltung stehende Palästina als urbanes Zentrum einer neuen jüdischen Gesellschaft und Kultur – als "erste hebräische Stadt der Moderne".

100 Jahre Tel Aviv
Die visuelle Repräsentation des nationalen Aufbaus war in seinen Anfängen inhaltlich und formal stark von einem romantischen Orientalismus geprägt. Zu Beginn der 1930er Jahre ist allerdings ein deutlicher Bruch mit dieser Vorstellungswelt auszumachen: Parallel zu dem sich verschärfenden jüdisch-arabischen Konflikt und der nach 1933 einsetzenden Einwanderungswelle aus Mitteleuropa erfolgte auf verschiedenen Ebenen eine Hinwendung zu den ästhetischen Prinzipien der klassischen Moderne. In Tel Aviv entstand in diesen Jahren eines der bedeutendsten Ensembles von Bauten im "International Style", das als solches 2003 ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen wurde. Neben der Architektur fand die Hinwendung zum "Neuen" ihren Niederschlag aber auch in einer radikal-modernistischen hebräischen Typografie als direktem visuellem Ausdruck der erneuerten hebräischen Sprache und Kultur.
Der Vortrag beleuchtet anhand von historischem Bildmaterial den kulturrevolutionären Impuls des zionistischen Projekts in seiner formativen Phase vor Gründung des Staates Israel.
Im Rahmen von Forum KK.
Wednesday, 01.04.2009
20:00h
Ästhesen — zeitgenössische Kunst denken:
#2 "Die Kunst ist jederzeit der absolute Souverän"
Nach Bataille ist die Kunst absolut souverän. Die Kunst ist jederzeit der einzige, absolute Souverän. Herrscher; egal ob Monarchen, Diktatoren oder Systeme, welche sich einer Ideologie bedienen (Kapitalismus, Kommunismus, Kirchen oder Glaubensrichtungen, weitere globale Systeme mitgedacht), erreichen nie die absolute Souveränität der Kunst. Genau da, wo das Denken jeweils ansetzt, ist die Kunst bereits vorhanden. Nicht nur im Wissen sondern auch im Unwissen. Somit auch im nie Gewussten, ähnlich des Zwischenstatus der Un-Toten. Das Werk wird somit zum stetigen Verweis auf diese absolute Macht, es handelt sich dabei immer um ein heterotopisches Gefüge, welches eine absolute, nicht zu verstehende Ideologie formuliert. Ein Verweis auf eine Utopie von der zeitlich gefasste Ideologien nur Teil sein können. Die Kunst entzieht sich der jeweiligen zeitgenössischen Ideologie, obwohl sie diese immer auch mitbekräftigt, wenn nicht sogar selbst formuliert. Als kurzes Beispiel der Begriff Contemporary; Kunst ist per se zeitgenössisch, weil sie eine absolute Unzeitlichkeit sich ihr zueigen macht, welches es ihr erlaubt in einer Zeitlichkeit willkürlich in Erscheinung zu treten. Dennoch oder genau deshalb ist sie die einzige Konstante an der überhaupt eine Geschichtlichkeit festgemacht werden kann. Somit bestimmt sie fortwährend die Ästhetik der zeitlichen Ideologien. Kunst ist der absolute Diktator, denn nur sie hat letztendlich die Macht einer Zeit Ihr Antlitz zu verleihen und somit das Spektakel einer Gegenwart zu formulieren.

Ästhesen Vol. 2
"Ästhesen" beabsichtigt künstlerische Praktikerinnen und ästhetische Theoretikerinnen im Rahmen eines öffentlichen Anlasses miteinander kurzzuschliessen und damit eine Schnittstelle für eine gemeinsame theoretische Reflexion jenseits von Feuilleton oder Akademie zu eröffnen. Die Form orientiert sich primär am Dialog, inhaltlich soll es um aktuelle ästhetische Problemstellungen gehen. Ziel ist es, dass sich ein reflexives und vermittelndes Gespräch mit Bezug zur zeitgenössischen Kunst entfalten kann, an dem die verschiedenen Protagonistinnen des Kunstsystems gleichermassen teilnehmen und von einander profitieren, indem sie nicht nur über einander, sondern auch miteinander reden.
Die Diskussion wird jeweils mit einer Eingangsthese initiiert, die von einer eingeladenen Person vorgestellt wird. Im Anschluss werden Fragen, Beobachtungen und Phänomene gemeinsam diskutiert werden. Die vorgestellte These soll auf einer pointierten Fragestellung basieren oder einem scheinbaren Widerspruch im Kunstsystem, der ein Mindestmass an theoretischem Problembewusstsein und Hintergrundwissen voraussetzen kann, zugleich aber losgelöst von systematischen Theorien bzw. ohne deren fundierte Kenntnis erörtert werden kann.
Sunday, 05.04.2009
19:00h
Pretty Ambitious I
"Wie man ruhig wird" &
"Les ailes des anges"
Showroom hat für Corner College eine vierteilige Serie von Double Features zusammengestellt. Von Egija Inzule, Tobias Kaspar und Andrea Legiehn.
Montag 6., 20., 27. April und Samstag 2. Mai
- - -
Pretty Ambitious (I)
Montag 6. April 2009, 19 Uhr
Mit einer Einführung von Egija Inzule
Film 1:
WIE MAN RUHIG WIRD
Nike, Bilal und Marvin beziehen ein Studio und beginnen voller Idealismus einen Workshop mit jungen MigrantInnen afrikanischer Herkunft. Das Unverständnis der TeilnehmerInnen über die improvisierten Workshops stellt den Sinn des Unternehmens jedoch ebenso in Frage wie die internen Profilierungskämpfe der drei Projektleiter. Als sich zudem eine Liebesgeschichte zwischen Bilal und Nike anbahnt, gerät das labile Gleichgewicht ins Wanken. Das politische Engagement tritt vor den persönlichen Bedürfnissen der drei Projektleiter in den Hintergrund und sie verlieren das Ziel ihres Vorhabens aus den Augen.
In der Enge des Studios spielen sich in kammerspielartigen Szenen gruppendynamische Prozesse ab, wobei stereotype Künstlerrollen ebenso ausgelebt wie dekonstruiert werden. Die provinzielle Idylle der Schauplätze außerhalb des Studios verleiht dem Set einen romantischen Beigeschmack, ohne dass diese Szenarien als Gegenmodell zur abgeschlossenen Welt des Studios wirksam werden können. Auch scheint den Künstlern die soziale Realität außerhalb ebenso fern wie „Afrika“ zu sein. - Tina Schulz

Wie man ruhig wird, 2008
Loretta Fahrenholz und Hans-Christian Lotz inszenieren die Diskrepanz zwischen dem Anspruch an die gesellschaftliche Relevanz künstlerischen Arbeitens und den tatsächlichen Wirkungsmöglichkeiten als somnambul-pubertären Zustand, in dem die Protagonisten zunehmend auf sich selbst zurückgeworfen sind. Durch die Integration unterschiedlichster Bildtypen, Filmgenres, Erzählformen und Inszenierungsarten in einen losen narrativen Rahmen wird Wie man ruhig wird zu einem kaleidoskopisch-reflexiven Film. Gezeichnet wird ein ebenso differenziertes wie ästhetisches Bild einer jungen Künstlergeneration, deren politisches und soziales Interesse durch die stete Selbstreflexion innerhalb des Kunstkontextes ausgehebelt wird. - Peter Waechtler
Regie: Loretta Fahrenholz, Hans Christian Lotz
Darsteller: Alexander Hempel, Inka Meißner, Carsten Tabel, Miriam Kapungwa, Elena Ngandwe, Thomas Ngandwe, Victor Obinali, Dinanga Cingoma, Nicola Brunnhuber, Thomas Hesse, Till Megerle, Michael Fandel, Fabian Reimann, Chor JABULANI
D 2008, Deutsch mit Englischen Untertitel, 70min
- - -
Film 2:
LES AILES DES ANGES
Man betritt das Restaurant Les Ailes des Anges, über eine Art Lobby von der aus zwei Treppen sich zu dem Absatz der ersten Etage hinaufbiegen. Zwischen diesen Treppen geht eine weitere hinab in einen großen fensterlosen Raum, in dem die gedeckten Tische stehen und an dessen Ende ein Buffet in Vorbereitung ist. Die Fläche der Tische ist umgeben von einer Ballustrade im ersten Stock, dessen Geländer das Flügel-zitierende Signet des Restaurants wieder aufnimmt. Unter der Ballustrade hängen Ölbilder an der Wand, welche Flugformationen und Angriffe oder Manöver der belgischen Luftwaffe im zweiten Weltkrieg zeigen. Die Fotografien des Königsspaars werden von zwei pummeligen Lichtkegeln beleuchtet.

Les ailes des anges, 2009
BE 2009, Englisch, 9’37min
Sunday, 19.04.2009
19:00h
Pretty Ambitious II
"Residential Eries"
"Dynasty/Denver Clan"
Showroom hat für Corner College eine vierteilige Serie von Double Features zusammengestellt. Von Egija Inzule, Tobias Kaspar und Andrea Legiehn.
Montag 6. / 20. / 27. April und Samstag 2. Mai
- - -
Pretty Ambitious (II)
Montag 20. April 2009, 19 Uhr
Mit einer Einführung von Alexander Hempel
Film 1:
RESIDENTIAL ERIES
"A movie a day" --- "Look. Money!"
- Quotes from Residential Eries
"A wave of cold wind sweeps over the crowd standing behind the barricades in front of the club and causes the confetti strewn over the plush purple-and-green carpet leading up to the entrance to dance and swirl around the legs of cops guarding the place and behind the velvet ropes stand three cool Irish guys Damien hired, each of them holding a walkie-talkie and a seperate guest list, and on either side of the velvet ropes are huge gangs of photographers and then the head publicist – smiling warmly until she sees Chloe’s dress – asks us to wait where we are because Alison, wearing the same Todd Oldham dress Chloe has on, and Damien in a Gucci tuxedo are making their entrance and posing for the paparazzi, but people in the crowd have already noticed Chloe and shout out her name in high, garbled voices."
- Bret Easton Ellis, Glamorama, P. 145, Picador New York, 1998

Residential Eries
Directed, written, starring Anke Dyes, Roman Graneist, Alexander Hempel, Klaus Kamptner, Tobias Kaspar, Andrea Legiehn, Inka Meissner, Stefane Pretnar, Johanna Bieligk
A Making Off UDIO Production
D 2009
German with English subtitle
60min
- - -
Film 2:
DYNASTY/DENVER CLAN (Episode 68, Season 4)
Dynasty is an American prime time television soap opera that aired on ABC from January 12, 1981 to May 11, 1989. The series revolved around the Carringtons, a wealthy oil family living in Denver, Colorado.
- www.imbd.com
"I'm in the oil business and you of all people should know it's not a nine to five operation."
- Quote from Dynasty
"Meinen Mietvertrag in Los Angeles verlängerte ich um einen Monat. Erst jetzt, befreit von all der 'Denver' Gängelei, begann ich, auf die Pauke zu hauen. In den besten Shops wurde kräftig eingekauft, ich besorgte mir vor allem sämtliche neue Musikstücke. Besuchte mit Freunden meinen östereichischen Landsmann Wolfgang Puck in dessen Restaurant 'Spago', fuhr nach Venice und nach Santa Barbara. Besuchte Jack Nicholson, legte mich an den Pool von Gräfin Giovanna Augusta, einer Erbin aus der bekannten Turiner Helikopterfamilie. Warren Beatty lud mich zu sich in sein kleines Haus in den Canyons; zeitwillig wohnte er auch im 'Beverly Wilshire hotel'."
- Helmut Berger, Ich, S. 280

Dynasty - Denver Clan
Executive producer Aaron Spelling
Created by Richard & Esther Shapiro
Starring a.o. Helmut Berger
USA 1983
English
35min
Tuesday, 21.04.2009
20:00h
Ästhesen — zeitgenössische Kunst denken #3
mit TINO SEHGAL
"Kunst ist das zentrale Ritual produktivistischer Gesellschaften"
Mittwoch, 22. April 2009, 20 Uhr
Tino Sehgal wird mit uns über die These "Kunst ist das zentrale Ritual produktivistischer Gesellschaften" diskutieren. Der Künstler weilt diese Woche in Zürich, um seine Arbeiten im Kunsthaus Zürich sowie im Haus Konstruktiv zu zeigen.
---
Tino Sehgal (*1976) hat eine eigene Form von Kunst entwickelt: Sie ist immateriell und ephemer, denn sie entsteht nur dann, wenn man ihr begegnet. Ausgeführt von ganz unterschiedlichen Interpreten, wie z.B. Museumsaufsichten, Spezialisten für Marktwirtschaft oder Kindern, existieren seine Arbeiten als Interaktionen zwischen dem Museums-Publikum und den von Sehgal eingesetzten Akteuren. Der Künstler ersetzt damit die materielle Produktion von Objekten durch temporäre Werke aus Körper, Stimme, Raum und Zeit. Konsequenterweise gibt es auch keine Dokumentation seiner Arbeit. Dennoch erfüllen Sehgals Arbeiten die Konventionen von Werken der bildenden Kunst. Sie sind für die gesamte Dauer einer Ausstellung im Raum präsent, werden verkauft und gesammelt. In ihrer Situationsgebundenheit und Ereignishaftigkeit stellen sie den traditionellen Kunstbegriff absichtlich auf die Probe und eröffnen einen ganz neuen Blick auf die Kunstproduktion und -rezeption im musealen Kontext.
Parallel zur Ausstellung im Kunsthaus Zürich vom 23. April - 31. Mai 2009 zeigt das Haus Konstruktiv zeitgleich Tino Sehgal als Gewinner des 2. Zurich Art Prize. Das Haus Konstruktiv wird die Arbeit "This objective of that object" von 2004 zeigen, in der fünf Akteure das Publikum in eine mystisch anmutende Situation verwickeln.
- - -
"Ästhesen" beabsichtigt künstlerische Praktikerinnen und ästhetische Theoretikerinnen im Rahmen eines öffentlichen Anlasses miteinander kurzzuschliessen und damit eine Schnittstelle für eine gemeinsame theoretische Reflexion jenseits von Feuilleton oder Akademie zu eröffnen. Die Form orientiert sich primär am Dialog, inhaltlich soll es um aktuelle ästhetische Problemstellungen gehen. Ziel ist es, dass sich ein reflexives und vermittelndes Gespräch mit Bezug zur zeitgenössischen Kunst entfalten kann, an dem die verschiedenen Protagonistinnen des Kunstsystems gleichermassen teilnehmen und von einander profitieren, indem sie nicht nur über einander, sondern auch miteinander reden.
Die Diskussion wird jeweils mit einer Eingangsthese initiiert, die von einer eingeladenen Person vorgestellt wird. Im Anschluss werden Fragen, Beobachtungen und Phänomene gemeinsam diskutiert werden. Die vorgestellte These soll auf einer pointierten Fragestellung basieren oder einem scheinbaren Widerspruch im Kunstsystem, der ein Mindestmass an theoretischem Problembewusstsein und Hintergrundwissen voraussetzen kann, zugleich aber losgelöst von systematischen Theorien bzw. ohne deren fundierte Kenntnis erörtert werden kann.
Konzeption: Imre Hofmann in Zusammenarbeit mit Corner College
Sunday, 26.04.2009
19:00h
Pretty Ambitious III
"American Gigolo" und
"Pickpocket"
Showroom hat für Corner College eine vierteilige Serie von Double Features zusammengestellt. Von Egija Inzule, Tobias Kaspar und Andrea Legiehn.
Montag 6. / 20. / 27. April und Samstag 2. Mai
- - -
Pretty Ambitious (III)
Montag 27. April 2009, 19 Uhr
Mit einer Einführung von Egija Inzule
Film 1:
AMERICAN GIGOLO
Review: I couldn’t agree more with many of the other criticisms regarding the shallowness of the romantic story or essential lack of sympathy for any of the characters. The thing that makes American Gigolo such a gem is that even this aspect of Paul Schrader’s attempted New Wave/LA hybrid is corrupted by its material. And on a purely superficial level, the film perfectly captures just how a Southern California 'tragedy' would unfold. Really quite brilliant, although I’m not sure all of it is intentional.
Respond: This review is confusing. It doesn’t seem to know whether the movie is a gem, a classic, and quite brilliant, or shallow and lacking in sympathy. If all are true, it doesn’t reconcile everything.
— www.amazon.com

American Gigolo
Written and directed by Paul Schrader
Starring Richard Gere and Laura Hutton
USA 1980 — English 117min
- - -
Film 2:
PICKPOCKET
"Ce film n’est pas du style policier. L’auteur s’efforce d’exprimer, par des images et des sons les cauchemar d’un jeune homme poussé par sa faiblesse dans une aventure de vol à la tire pour laquelle il n’était pas fait. Seulement cette aventure, par des chemins étranges, réunira deux âmes qui, sans elle, ne se seraient peut-être jamais connues."
— L’introduction du film / Robert Bresson
"Auch Bresson will Distanz. Aber sein Ziel ist, wie ich meine, nicht die Abkühlung heftiger Emotionen zugunsten des Verstandes. Die emotionale Distanz, die für Bressons Filme kennzeichnend ist, scheint ganz anderer Art zu sein; denn jede Identifikation mit den Gestalten ist eine Unverfrorenheit, ein Affront gegen das Geheimnis des menschlichen Handelns und des menschlichen Herzens."
— Susan Sontag, Kunst und Antikunst, Fischer Taschenbuch Verlag, 2003

Pickpocket
Directey by Robert Bresson
Starring Martin La Salle and Marika Green
France 1959 — English — 75min
Monday, 27.04.2009
19:00h
Das internationale (Medien-) Kunstprojekt "Revue OU" wird zwischen 1964 und 1974 in Form eines Periodikums mit Schallplatte vom französischen Künstler, Lautpoeten und Publizisten Henri Chopin (1922–2008) als Nachfolge des experimentellen Poesie-Magazins "Cinquième saison" herausgegeben. In diesen "multimedialen" Kompendien bündeln sich Impulse des Lettrismus* und der Konkreten Kunst der 1950er Jahre zu einer einflussreichen, aber bisher wenig aufgearbeiteten Avantgardebewegung.

Henri Chopin, Why
Die "Revue OU" bildet einen subversiven Knotenpunkt der Nachkriegs-Avantgarde, welche in verschiedenen Medien (Zeitschrift, Poster, Schallplatte), mit eigenwilligen Techniken (wie Montage, Collage und Cut-up) und durch die Abkehr von Narration und Sinnkonstruktion eine eigene Sprache der Abstraktion und Dekonstruktion entwickelt. Die "Revue OU" mit der jeweils beiliegenden Schallplatte wird gleichsam zur Anthologie der zu dieser Zeit erstarkenden "Poésie sonore" (zu deutsch "Lautpoesie" oder "Klangpoesie"), welche sich explizit auf die Lautgedichte des Dada (von Ball, Hausmann, Schwitters) bezieht. Die Ausgaben enthalten Beiträge von Bernhard Heidsieck, Paul de Vree, Sten Hanson, Ake Hodell, Hugh Davies, Bob Cobbing, François Dufrêne, John Cage, Tom Phillips, Michel Seuphor, Ben Vautier, Jiří Kolář, William S. Burroughs, Brion Gysin, Annea Lockwood und anderen.
In seinem Vortrag mit Ton- und Bildbeispielen zeigt Marc Matter einige charakteristische visuelle und akustische Beispiele aus der "Revue OU", sowie weitere Arbeiten von Henri Chopin (visuelle Poesie und Lautpoesie, Zeichnung, Typografie).
* Der Lettrismus, 1945 von Isidore Isou in Paris begründet, machte es sich zur Aufgabe – inspiriert durch Dadaismus und Surrealismus – Sprache als Sinnzusammenhang zu dekonstruieren, und stattdessen Buchstaben und Sprache als sinnfreie Elemente zu etablieren.

K.K. Forum C.C.
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe Forum KK am Corner College Zürich, unter der Leitung von Michael Hiltbrunner.
Friday, 01.05.2009
20:00h
Pretty Ambitious IV
"Lonesome Cowboys" und
"Conversation Piece"
Showroom hat für Corner College eine vierteilige Serie von Double Features zusammengestellt. Von Egija Inzule, Tobias Kaspar und Andrea Legiehn.
Montag 6. / 20. / 27. April und Samstag 2. Mai
- - -
Pretty Ambitious (IV)
Samstag 2. Mai 2009, 19 Uhr
Mit einer Einführung von Tobias Kaspar
Film 1:
LONESOME COWBOYS
"Jeans is still clean, silk clean shirt. I like this, this is nice. That’s a little crisp." --- "Maybe another year or so and you’ll be able to get a gun." --- "Can’t wait." --- "Yeah, no more knifes. Put some struts on. I put some struts today." --- "Did you?" --- "Put it on your belt. And then stretch your pants a bit … leg exercise. So that when you get a gun that you have something to hold them up, you know. Do some sort of …" --- "What kind of exercise could you suggest?" --- "Well, a exercise is to build up your thugs, so that when you get the gun, you know, so that you can hold it down, you have something to hold it up. So you do some sort of … we have this exercise that builds up your … so that you have more … you know you can do a lot …" --- "How long you gonna do that for?" --- "Daily, you know, tike this, doing things like this …" --- "I can’t do this." --- "Yeah, sure. It’s … holds them right up there. You can do all sorts of things … from something here, something there. And …" --- "Can I go for that?" --- "Oh sure. It puts wheat on your buns, you know … all angles."
- Dialogue from "Lonesome Cowboys"

Lonesome Cowboys
Directed by Andy Warhol
Written by Paul Morissey
Starring Julian Burrough and Joe Dalesandro
USA 1969 — English — 101min
- - -
Film 2:
CONVERSATION PIECE
"Conversation Piece is a film I’d recommend you to see. But remember one thing: it really has to do with the theme you are not likely to find elsewhere: shallow understanding of nothing and profound understanding of everything." — www.imdb.com
"One can delightedly say it does exist … it does exist … even more dangerously today than ever before, because it’s camouflage."

Conversation Piece
Directed by Luchino Visconti
Written by Enrico Medioli
Starring Burt Lancaster, Helmut Berger and Silvana Mangano
Italy, France 1974
English 121min
Thursday, 07.05.2009
18:00h -
Friday, 29.05.2009
Vanity Fair
(An Experience with Certain Pictures)
Bis zum 30. Mai bleibt Corner College geschlossen. Die Räumlichkeiten werden von der Ausstellung "Vanity Fair - An Experience with Certain Pictures" verwendet:

Vanity Fair Back

Vanity Fair Front
Für Informationen: www.wartesaal.ch
Wednesday, 10.06.2009
20:00h
Tattooing, Publishing and
International Dialogical Exchange
Thomas Jeppe (Australia), Founder of Serps Press, Author of Home Made Tattoos Rule and Co-Editor of WON Magazine, in discussion on the interconnected topics of “home mades”, independent production values and the convergent networks that grow around such idiomatic avenues of exchange.

Invitation
www.serpspress.com
www.nownow.com.au
Thursday, 18.06.2009
20:00h
Corner College and Motto Distribution cordially invite you to an evening dedicated to

www.032c.com
magazine: Editor Joerg Koch presents 032c’s diverse activities as a magazine and workshop from its modest beginnings to its latest summer issue. As a case study, Payam Sharifi of

www.slavsandtatars.com
will discuss the recent series commissioned for 032c, “79/89/09”, which reveals how our lives in 2009 are shaped by the events of ‘79 and ‘89. The first installment of this project discusses the Islamic Revolution in Tehran in 1979 via monobrows, modernism and mirrors...
http://www.032c.com
http://www.slavsandtatars.com
http://www.mottodistribution.com
Friday, 19.06.2009
14:00h
Two new print portfolios
+ small book event with Rollo Press and Nieves Books

.
Before and After Breath
A suite of five prints resulting from pre 1908 carbon, and circa 2008 tungsten filament light bulbs, stamped on carbon paper, with a fifty ton industrial press.
Itself
A suite of eight digital prints documenting a removal of carbon black xerographic toner, then re-used for its reproduction.
+ unique, hand-modified Rollo / Nieves titles.
14.00 - 18.00
Coffee and cakes will be served
http://www.rickmyers.co.uk
http://www.nieves.ch
http://www.rollo-press.com
Monday, 06.07.2009 -
Monday, 24.08.2009
Corner College is delighted to present Summer School by artist, Antoni Wojtyra, this summer during July and August.
Summer School presents readings, lectures, and films composed as a remedial Art theory class and is organized in a spirit of "each one, teach one" - Antoni Wojtyra will act as lead organizer, a guide, instigator and as a student learning, not just a teacher. The 7 week course employs a collection Art and theory by artists and primarily address 2 major issues: the ability of Art to effect social change and secondly places and strategies of Art production.
Texts will be read by each student in advance and will be discussed together as a group and supplemented by films, and invited guest teachers. The first class addresses the impossibility of learning and knowing everything and it will be held on Tuesday July 7, 7 p.m. All subsequent classes will be held on Tuesday evenings (schedule below). A nominal CHF 30.- tuition fee for participating students includes a course book published by Rollo Press.
Program
-----------------------------------------------------------
1 Tuesday July 7, 7 p.m.
Introduction, Sign-up and get together
-- Film: 'La Jetée' by Chris Marker
-- Text: 'The Library of Babel' by Jorge Luis Borges
-----------------------------------------------------------
2 Tuesday July 14, 7 p.m.
-- Text: 'Untitled' by David Hammons
-- Text: 'Something's Missing' by Ken Lum
-----------------------------------------------------------
3 Tuesday July 21, 7 p.m.
-- Text: 'The Applied Social Arts' by Artur Zmijewski
-----------------------------------------------------------
4 Tuesday July 28, 7 p.m.
VACATION
-----------------------------------------------------------
5 Tuesday August 4, 7 p.m.
-- Text: 'Inside the white cube: notes on the gallery space' by Brian O'Doherty
-- Text: 'May I help you?' by Andrea Fraser
-----------------------------------------------------------
6 Tuesday August 11, 7 p.m.
-- Text: 'An introduction to the general theory of place' by Wieslaw Borowski, Hanna Plaszkowska, Mariusz Tchorek
-- 3 Films by Gordon Matta Clark Conical Intersect (1975), Splitting (1974), Bingo Ninths (1974)
-----------------------------------------------------------
7 Tuesday August 18, 7 p.m.
-- Text: 'Depiction, Object, Event' by Jeff Wall
-----------------------------------------------------------
8 Tuesday August 25, 7 p.m.
-- Text: 'Dispersion' by Seth Price
GRADUATION PARTY

Summer School 2009
> Download the Course Book as a PDF
Thursday, 23.07.2009
19:00h
Spielobjekte: Geschichte einer künstlerischen Innovation,
1945 bis 1975
Das Spielobjekt aus variablen Elementen, die vom Betrachter verschieden zusammengesetzt werden können, wurde als eigene, neue Form der konstruktiven, konkreten oder kinetischen Kunst bisher kaum wahrgenommen. Dies verwundert umso mehr, als dass um 1970 ein regelrechter Spielobjekt-Boom in der Kunstwelt zu verzeichnen ist, der sich selbst im Schaffen namhafter Künstler wie Max Bill oder Victor Vasarely widerspiegelt.
Ihre Anfänge hat diese Kunstform um 1945. Nach Pionierjahren, die insbesondere in der Schweiz ihren Ausdruck finden, setzt gegen 1960 in diversen Ländern wie in Italien, West-Deutschland oder Brasilien eine rasant anwachsende Spielobjekt-Produktion ein. Spätestens zur Mitte der 1970er Jahre bricht diese jedoch aus verschiedenen Gründen fast vollständig zusammen.

Karl Gerstner: Das tangentiale Exzentrum, 1956/1957
Im Rahmen seines bebilderten Vortrags zeichnet Frederik Schikowski die Ursachen für den imposanten Aufstieg und rasanten Fall dieser zu Unrecht übersehenen Kunstform nach. Dabei werden verschiedene Aspekte, wie die Rolle Zürichs, die Idee des "Multiples", der Einfluß der Informationsästhetik oder das für die Geschichte des Spielobjekts ambivalente Jahr 1968 thematisiert. Entsprechend dem Vortragsort wird dabei der Schwerpunkt auf dem Spielobjekt Schweizer Provenienz liegen.
- - -

K.K. Forum C.C.
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe Forum KK für Forschung in Kunst und Kultur am Corner College Zürich in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Kulturwissenschaften (SGKW), unter der Leitung von Michael Hiltbrunner.
Tuesday, 28.07.2009
20:00h
Work to do!
Selbstorganisation in prekären
Arbeitsbedingungen
Ein Blick hinter die Kulissen: Die Publikation «Work to do!» setzt sich mit den Dynamiken und emanzipatorischen Momenten sowie den Paradoxien und Problemen von Selbstorganisation auseinander. Ausgangspunkt der Recherchen und künstlerischen Projekte ist die Beschäftigung mit dem Wandel von Arbeitsverhältnissen und ihren Organisationsstrukturen sowie der Kontext Zürich selbst. Mit den Künstlerinnen und Künstlern: bankleer, Saskia Holmkvist, Andrea Knobloch, Folke Köbberling/Martin Kaltwasser, Andreja Kulunčić, RELAX (chiarenza & hauser & co) und Mirjam Wirz wurden Projekte entwickelt, die eine Nachhaltigkeit und Diskussion in öffentliche Sphären ermöglichen sollten. Trotz eines konkreten Bezuges zur Situation in der Schweiz, fragen die Projekte aber darüber hinaus nach Entwicklungen und Handlungsmöglichkeiten, die auch andernorts relevant sind.

Work to do!
Ergebnisse und Skizzen zu den Projekten sind in dieser Publikation zusammen gefasst: Bildmaterial sowie Reflexionen stellen die Projekte, ihre Entwicklungen und konzeptuellen Ansätze, sowie auch die Produktionsbedingungen vor. Die Publikation möchte damit den Blick hinter die Kulissen der Kunstproduktion ermöglichen und gleichzeitig einen Beitrag zur Diskussion über künstlerische Praxis darstellen. Texte von TheoretikerInnen, AktivistInnen und KuratorInnen kommentieren darüber hinaus die Frage nach Arbeitsbedingungen und Selbstorganisation sowie die Ebenen der Recherche- und Produktionsprozesse.
Hrsg. von Sønke Gau und Katharina Schlieben für den Verein Shedhalle
Gestaltung von Urs Lehni und Lex Trüb
Deutsch/Englisch
240 Seiten
Verlag für moderne Kunst Nürnberg
ISBN: 978-3-941185-76-0
48.– CHF / 29.– €
Apéro mit freundlicher Unterstützung:
Appenzeller Bier/Brauerei Locher
Weinselektionen Gerstl
Mineralquellen Gontenbad
Saturday, 08.08.2009
20:00h

Bastard Pop!
Sunday, 09.08.2009
20:00h
Jahrzehnte lang hat LUDWIG HOHL (1904 – 1980) in krassester Armut in einem Genfer Kellerloch verbracht. Nicht nur am eigenen Leibe hat er Not und Hunger gelitten; fehlendes Geld für Heizung, Beleuchtung und Papier haben auch Hohls künstlerische Arbeit extrem belastet. Allen widerlichen Umständen zum Trotz, hat Hohl aber mit fast heiligem Ernst und einer Entschlossenheit, die ans Ungeheure grenzt, ausschliesslich für die Kunst gelebt. Am Ende ist er für sein Werk sogar gestorben.
Es fragt sich also, wo der verbissene Eifer dieses an die Kunst verlorenen Sohns eines Pastoren herrührte. Diese Frage verweist auf eine fundamentalere Frage, auf die jede(r) Kunstschaffende und über Kunst Reflektierende sich Klarheit verschaffen muss: "Kunst - was ist das? was soll das? Und vor allem: was habe ich damit zu tun?"

Ludwig Hohl, 1904 - 1980
Ludwig Hohl hat darauf eine radikale, theoretische Antwort gegeben, die sein gesamtes künstlerisches Schaffen anschaulich und sein Lebenswandel existenziell illustriert. Hohls Kunstauffassung läuft in der Hauptsache auf eine Synthese von Kunst und Philosophie heraus. "Künstler", sagt Hohl, "sind auch Spezialisten, nämliche des Wesentlichen. Künstler sind Spezialisten der Philosophie." Das Verbindende sieht Hohl darin, dass nicht nur Philosophie, sondern auch die Kunst Erkenntnis generiert, wobei als Königsweg der Erkenntnis aber nicht ein logisch-philosophisches Kalkül, sondern die Rückbesinnung auf die schöpferische Arbeit des Künstlers gilt. Wenn wir dieser Auffassung von Hohl folgen wollen, so werden wir unweigerlich in ein spannungsvolles Verhältnis zu unserer Umwelt verrückt. Insofern wir nämlich Erkennende sind, sollen wir die Welt dem Besseren entgegen verändern, insofern wir aber Künstler sind, können wir das doch nicht! – Sollen wir? Können wir nicht? – – – ?
"Zwischen diesen zwei Gegebenheiten: erstens der Tatsache, dass man mit seiner künstlerischen Arbeit ( in der Richtung der Erkenntnis, im Sinne der inneren Resultate dieses Arbeitens) die umgebende Welt, die Nächsten nicht ändern wollen darf (denn versucht man es doch, so verzweifelt, erstickt man daran; Beispiele dafür wären in jeder wirklich künstlerischen Existenz zu finden); und, zweitens, der Tatsache, dass ein künstlerisches Arbeiten aber nicht ernst (echt) sein kann, ohne die Welt ändern zu wollen: zwischen diesen zwei Gegebenheiten besteht eine Dissonanz von ungemeiner Schwere". (Ludwig Hohl: Die Notizen oder Von der Unvoreiligen Versöhnung)

.
"Ästhesen" beabsichtigt künstlerische Praktikerinnen und ästhetische Theoretikerinnen im Rahmen eines öffentlichen Anlasses miteinander kurzzuschliessen und damit eine Schnittstelle für eine gemeinsame theoretische Reflexion jenseits von Feuilleton oder Akademie zu eröffnen. Die Form orientiert sich primär am Dialog, inhaltlich soll es um aktuelle ästhetische Problemstellungen gehen. Ziel ist es, dass sich ein reflexives und vermittelndes Gespräch mit Bezug zur zeitgenössischen Kunst entfalten kann, an dem die verschiedenen Protagonistinnen des Kunstsystems gleichermassen teilnehmen und von einander profitieren, indem sie nicht nur über einander, sondern auch miteinander reden.
Die Diskussion wird jeweils mit einer Eingangsthese initiiert, die von einer eingeladenen Person vorgestellt wird. Im Anschluss werden Fragen, Beobachtungen und Phänomene gemeinsam diskutiert werden. Die vorgestellte These soll auf einer pointierten Fragestellung basieren oder einem scheinbaren Widerspruch im Kunstsystem, der ein Mindestmass an theoretischem Problembewusstsein und Hintergrundwissen voraussetzen kann, zugleich aber losgelöst von systematischen Theorien bzw. ohne deren fundierte Kenntnis erörtert werden kann.
Konzeption: Imre Hofmann in Zusammenarbeit mit Corner College
Tuesday, 25.08.2009
18:00h -
Friday, 18.09.2009
Go With The Guts at Corner College is a group show featuring prints by artists from www.gowiththeguts.com, an online shop that started December 2008 and went online February 2009 selling prints by Zurich artists. All prints are made from either one of the traditional printmaking techniques such as: woodblock, linocut, intaglio including etching, aquatint and drypoint, stencil including screenprinting and pochoir, and monoprint.
During the exhibition period at Corner College, there will also be a screening, an excursion and a workshop.

.
http://www.gowiththeguts.com
Sunday, 30.08.2009
20:00h
The Print Renaissance of the 60's (57min.) is part of a lecture series by Prof. Esther Sparks, Associate Curator of Prints and Drawings at the Art Institute of Chicago, discussing the resurgence of traditional print media in the US during the 1960's starting with the founders of this Renaissance, such luminary artists as Robert Rauschenberg, Jasper Johns, Robert Motherwell, Helen Frankenthaler, Jim Dine, James Rosenquist, Larry Rivers, and Frank O'Hara.

Prof. Esther Sparks
Monday, 31.08.2009
19:00h
Das Anfangs der 1920er Jahre vom Russen Lev Termen entwickelte Theremin hat sich zu einem festen Bestandteil in der Musik entwickelt. Die klanglichen Möglichkeiten dieses eigentlich banalen Geräts, die sowohl an Geige, singende Säge, oder menschliche Stimme erinnern können, werden aber nur selten erforscht.
In den 1930er Jahren gab es für das Theremin und verwandte Instrumente wie die französische Ondes Martenot zahlreiche Stücke von Komponisten wie Joseph Schillinger, Arthur Honegger oder Percy Grainger. Später folgten Hollywood-Filmkomponisten wie Miklós Rózsa oder Bernhard Herrmann. Zwar sind "Ätherklänge" mittlerweile auch in der Popmusik fest verankert, doch viele der frühen Werke werden kaum mehr aufgeführt. Einen weiterhin experimentellen Zugang, wie ihn John Cage für das Theremin forderte, findet sich etwa bei der Interpretin Pamelia Kurstin oder dem Künstler Gordon Monahan.
Dieser Zugang ist auch für Lena Willikens das eigentlich spannende am Theremin mit seinem schwebenden und kaum kontrollierbaren Klang. Nach ihrer Einführung mit Bild- und Tonbeispielen wird sie zusätzlich live Theremin spielen.

Lena Willikens live, 2009
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe Forum KK für Forschung in Kunst und Kultur am Corner College Zürich in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Kulturwissenschaften (SGKW), unter der Leitung von Michael Hiltbrunner.
Tuesday, 01.09.2009
17:30h
In the context of the exhibition Go With The Guts, Corner College organises a trip to the Graphische Sammlung of the ETH Zürich, where visitors will get a guided tour by Paul Tanner.
http://www.gs.ethz.ch
Friday, 11.09.2009
13:00h
In the context of the exhibition Go With The Guts, Corner College organises a visit to the lithography studio of Thomas Wolfensberger, where he will explain the whole lithographic technique by offering a 2-hour workshop. (max. 12 pers.)

.
Saturday, 19.09.2009
19:00h
Vom Beichtstuhl zur Couch
Psychologisierung religiöser Praxis im 19. Jahrhundert
"Von welchen Sternen sind wir uns hier einander zugefallen" sind Friedrich Nietzsches oft wiedergegebene erste Worte an Lou Salomé im römischen Petersdom. Weniger Beachtung fand bisher, dass diese vor einem Beichtstuhl gesprochen wurden, welcher laut Lou Salomé der geistigen Arbeit Feuer und Frömmigkeit zu verleihen vermochte. Dieser Beichtstuhl im Zentrum des Katholizismus wird zum Ort verklausulierter Liebeserklärungen, zur Schreibunterlage und zur Inspiration antichristlichen Denkens – und dadurch zum Sinnbild der Säkularisierung im Zeitalter des wissenschaftlichen Materialismus.
Nietzsches Entwurf einer Psychologie des Gläubigen in Der Antichrist stellt einen wichtigen Schritt innerhalb des Säkularisierungsprozesses der Moderne dar. Seine Argumentation unterläuft dabei der Gefahr der Konterdependenz von Glaube und Wissenschaft, während die frühe Psychoanalyse religiöse Praxis als zwangsneurotisches Verhalten und kulturellen Atavismus ablehnt. Ähnlichkeiten und Berührungspunkte zwischen religiöser Beichte und therapeutischer Redekur werden auf diese Art ausgeblendet.
Der Vortrag beleuchtet die Psychologisierung religiöser Praxis im Säkularisierungsprozess des 19. Jahrhunderts anhand der Entwicklung von der Beichte zur Therapie. Untersucht wird dieser Umschlag vom Beichtstuhl zur Couch am Körper des Beichtenden, an welchem ein gesellschaftlicher Disziplinierungsvorgang, wie ihn Foucault beschreibt, sichtbar wird.

Maddalena penitente. Marmor, 90 cm, 1793–1796, Museo di Sant'Agostino, Genua.
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe Forum KK für Forschung in Kunst und Kultur am Corner College Zürich in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Kulturwissenschaften (SGKW), unter der Leitung von Michael Hiltbrunner.
Thursday, 01.10.2009
19:00h
Im Herbst 2008 hielt sich Michael Günzburger für drei Monate in New Delhi auf, um mit nordindischen Kunsthandwerkern Multiples zu produzieren. Seine einzige Bedingung für die Kooperation war, dass die angefragten Handwerksmeister auch am Sujet mitarbeiteten. Dies war alles andere als einfach, und nötigte etwa Michael Günzburger, einem Miniaturmaler aus Jaipur den Auftrag zu geben, einen "Haufen Haare mit Flecken" zu zeichnen. Gerade daraus entwickelte sich ein Austausch, der durchaus als tiefergreifenden Einstieg in einen interkulturellen Dialog über Handwerk und bildende Kunst, deren Auftrag und Ausführung, und Autorenschaft und Tradition verstanden werden kann.
Zum ersten Mal zeigte Michael Günzburger in New Delhi selber die daraus entstandenen Arbeiten, und präsentiert sie nun zusammen mit einer Einführung des indischen Künstlers Ravi Agarwal im Corner College.

Ein Haufen Haare (Zwischenstufe), 2008
Monday, 05.10.2009
Theory Tuesdays is a participatory reading group organized in the spirit of "each one, teach one." Philip Matesic will launch the weekly reading group with the organization and coordination of the first six weeks under the theme "Participation in Art." The required texts will be read by each member in advance and then discussed together as a group.
At the conclusion of the fifth week, the reading schedule will be open to the individual members of the group, to decide what to read and discuss in the following weeks. Active participation by all members is essential as Theory Tuesdays sets out to be a collaborative, ongoing discussion, where everyone will contribute, teach and learn from one another.
The first two Tuesdays will address the historical lineage of participation in art as well as a detailed glimpse into Happenings in New York in the late 1950s and early 1960s. The first session will be held on Tuesday, Oktober 6 at 7 p.m. All subsequent sessions will be held on Tuesday evenings at 7 p.m. (schedule below). A nominal CHF 20.- tuition fee for participating members will include copies of required readings and help fund a small travel budget for the visiting artist.

Theory Tuesdays
PROGRAM
Week 1: Tuesday, Oktober 6, 7 p.m.
Sign-up and Introduction
Text: Rudolf Frieling "Toward Participation in Art"
Week 2: Tuesday, Oktober 13, 7 p.m.
Text: Boris Groys "A Genealogy of Participatory Art"
Text: Allan Kaprow "Happenings in the New York Scene"
Week 3: Tuesday, Oktober 20, 7 p.m.
Text: Claire Bishop "Viewers As Producers"
Text: Nicolas Bourriaud "Relational Form"
Text: Lars Bang Larsen "Social Aesthetics"
Week 4: Tuesday, Oktober 27, 7 p.m.
Text: Miwon Kwon "From Site to Community in New Genre Public Art"
Text: Cascoland "Interventions in Public Space"
Week 5: Tuesday, November 3, 7 p.m.
Text: Darren O’ Donnell "Social Acupuncture" (Part One and Two)
Text: Tom Finkelpearl "Interview: Vito Acconci on Art, Architecture, Arvada and Storefront"
Week 6: Tuesday, November 10, 7 p.m.
Visiting Artist: Saskia de Brauw (NL)
Friday, 16.10.2009
17:00h
Ästhesen – zeitgenössische Kunst denken #5
"Das Objekt weiss mehr"

.
"Ästhesen" beabsichtigt künstlerische Praktikerinnen und ästhetische Theoretikerinnen im Rahmen eines öffentlichen Anlasses miteinander kurzzuschliessen und damit eine Schnittstelle für eine gemeinsame theoretische Reflexion jenseits von Feuilleton oder Akademie zu eröffnen. Die Form orientiert sich primär am Dialog, inhaltlich soll es um aktuelle ästhetische Problemstellungen gehen. Ziel ist es, dass sich ein reflexives und vermittelndes Gespräch mit Bezug zur zeitgenössischen Kunst entfalten kann, an dem die verschiedenen Protagonistinnen des Kunstsystems gleichermassen teilnehmen und von einander profitieren, indem sie nicht nur über einander, sondern auch miteinander reden.
Die Diskussion wird jeweils mit einer Eingangsthese initiiert, die von einer eingeladenen Person vorgestellt wird. Im Anschluss werden Fragen, Beobachtungen und Phänomene gemeinsam diskutiert werden. Die vorgestellte These soll auf einer pointierten Fragestellung basieren oder einem scheinbaren Widerspruch im Kunstsystem, der ein Mindestmass an theoretischem Problembewusstsein und Hintergrundwissen voraussetzen kann, zugleich aber losgelöst von systematischen Theorien bzw. ohne deren fundierte Kenntnis erörtert werden kann.
Konzeption: Imre Hofmann in Zusammenarbeit mit Corner College
Monday, 19.10.2009
19:00h
Text: Claire Bishop "Viewers As Producers"
Text: Nicolas Bourriaud "Relational Form"
Text: Lars Bang Larsen "Social Aesthetics"
> Viewers As Producers
> Relational Form
> Social Aesthetics
Wednesday, 21.10.2009
19:00h
Experimental Reading
by Lucie Kolb
As a part of the opening of the online exhibition:
The Voice and its Double
http://thevoiceanditsdouble.crisap.org
Werner Bärtschi
Françoise Canal
Henri Chopin
François Dufrêne
Christian Flamm
Colin Guillemet
Michael Hiltbrunner
Francesco Hoch
Åke Hodell
Honey-Suckle Company & Konrad Sprenger
Institut für Feinmotorik
Isidore Isou
Franck Leibovici
Gordon Monahan
Ladislav Novák
Gabriel Pomerand
Giorgio Ronna & Matias Aguayo
Sandra Scarnati
Kathrin Sonntag
Laurie Spiegel
Veronika Spierenburg & Sabina Leone
Karlheinz Stockhausen
Carl Stumpf
Curated by Michael Hiltbrunner, Zurich

Curwen Left Hand Signing by Christian Flamm
CRiSAP – Creative Research into Sound Arts Practice
London College for Communication (LCC), University of the Arts London (http://www.crisap.org)
Monday, 26.10.2009
19:00h
Text: Miwon Kwon "From Site to Community in New Genre Public Art"
Text: Cascoland "Interventions in Public Space"
> From Site to Community in New Genre Public Art
> Interventions in Public Space
Monday, 02.11.2009
19:00h
Text: Darren O’ Donnell "Social Acupuncture" (Part One and Two)
Text: Tom Finkelpearl "Interview: Vito Acconci on Art, Architecture, Arvada and Storefront"
> Social Acupuncture
> Interview: Vito Acconci on Art, Architecture, Arvada and Storefront
Tuesday, 03.11.2009
19:00h -
Friday, 20.11.2009
Von Andres bis Züst
Eine Bibliothek geht auf Wanderschaft
Mit Thomas Galler, Ingo Giezendanner aka GRRRR, Laurent Goei, Lutz/Guggisberg und Bessie Nager

A – Z
Mi – Fr 14 – 19 Uhr, Sa 11 – 17 Uhr
Der Künstler und Sammler Andreas Züst war nicht nur eine legendäre Figur des schweizerischen und europäischen Kunstlebens, sondern auch ein mit einem vielschichtigen Bewusstsein ausgestatteter Bücherliebhaber, der eklektisch und doch detailliert Bücher sammelte. Seine Bibliothek weist darum weit über diejenige einer Privatperson heraus, in ihr lässt sich das Gefüge unserer Kultur erkennen, das sich aus der Mischung seiner assoziativen Interessen am Wetter, der Geologie, Astronomie, Physik, Botanik, Kunstgeschichte, Anthropologie, Polarexpeditionen, Fotografie, Malerei, Musik, Kitsch, UFOs, den Hell’s Angels, der Aussenseiter-Kultur, psychedelischen Erfahrungen und darüber hinaus ergibt. Gleichzeitig ist die Bibliothek Andreas Züst im Zeitalter der elektronischen Medien als grosse Liebeserklärung an das Buch, seine Ästhetik und Haptik, zu verstehen.

.
Nun begibt sich die Bibliothek mit ihren 12‘000 Büchern und einem Gewicht von etwa 9 Tonnen auf Reise, von ihrer ursprünglichen Heimat im Zürcher Oberland über das Perla-Mode (ZH), das Sitterwerk (SG) und die Kantonsbibliothek AR, Trogen, in den Alpenhof (AI), wo sie, nach zurückgelegten 100‘000 Metern, in diesem ehemaligen Hotel und heutigen Kulturhaus ihre neue Heimat findet. Begleitet wird die Bibliothek auf Wanderschaft von Arbeiten der KünstlerInnen Thomas Galler, Ingo Giezendanner aka GRRRR, Laurent Goei, Lutz/Guggisberg und Bessie Nager, allesamt Arbeiten, die sowohl räumlich als auch inhaltlich mit Themen der Bibliothek korrespondieren. Auch begleitet wird die Bibliothek Andreas Züst von Veranstaltungen, die sich in einem vielfältigen Programm Themen rund um eine solche Büchersammlung auf Wanderschaft widmen.

.
Donnerstag 5.11.2009, 19.30 Uhr
Advance of the Fungi
Buchpräsentation von Roland Früh (Hyphen Press, London) mit einem Vortrag von Patrick Romanens, Pilzproduzent.
Der englische Autor Ernest Charles Large (1902–76) war Chemiker für die Industrie, Schriftsteller und Pflanzenwissenschaftler. Neben einer wissenschaftlichen Abhandlung über Pflanzenkrankheiten, "Advance of the Fungi", veröffentlichte Large die beiden Romane "Sugar in the Air" und "Asleep in the Afternoon". Ein Abend in der Schnittmenge von Wissenschaft, Literatur und der Metaphysik des Pilzsammlers.
- - -
Donnerstag 12.11.2009, 19.30 Uhr
Öffentliche Führung mit Ruth Schweikert, Schriftstellerin
- - -
Mittwoch 18.11.2009, 21.00 Uhr
Filmvorführung mit Echtzeit-Vertonung
"Grass – A Nation’s Battle for Life", Merian C. Cooper, Ernest Schoedsack, USA 1925, 71’
Der erste richtige Roadmovie der Filmgeschichte: Die Dokumentation der dramatischen Reise des südpersischen Stammes der Bakhtiari von Angora aus über den Fluss Karun und den Viertausender Zerd Kuh, hin zu den saftigen Wiesen des Bakhtiari-Landes. Von den Machern des Filmklassikers "King Kong". Die Filmvorführung wird in einer Echtzeit-Vertonung begleitet von Sven Bösiger (Electronics / Maultrommel) und Patrick Kessler (Kontrabass).
- - -
Donnerstag 19.11. 2009 19. 30 Uhr
Öffentliche Führung mit Stephan Kunz, Kurator Aargauer Kunsthaus
- - -
Monday, 09.11.2009
19:00h
Theory Tuesdays Special
Visiting Artist: Saskia de Brauw (NL)
Saskia de Brauw is a performance artist, dancer, and photographer living and working in Amsterdam. She has completed multiple projects investigating the body in relation to architectural space, community and time. Participation has played an important role in her projects, ranging from a one on one folding project on the streets of Paris to collaborating with a small community in Amersfoort, Netherlands.

Room II, The Dutch seaside, 2005
Saskia will be presenting her work and a recent publication about her work, entitled “Traces”, on Tuesday, November 10th at 7pm at Corner College. This event is hosted and sponsored by Theory Tuesdays. More information and documentation about Saskia’s art practice can be found on her website: http://www.saskiadebrauw.com

Theory Tuesdays
Monday, 16.11.2009
19:00h
Film: "On the Passage of a Few People through a Rather Brief Moment in Time: The Situationist International 1956-1972" Documentary (1989)
Film: "La Société du spectacle" by Guy Debord (1973)

True
Saturday, 21.11.2009
20:00h
Liner Notes. Gespräche über das Büchermachen,
Leipzig z.B.
Der Ausgangspunkt für das Buch "Liner Notes. Gespräche über das Büchermachen, Leipzig z.B." war eine Anzahl Bücher, die in den vergangenen Jahren von Buchgestalterinnen und Buchgestaltern produziert wurden, die an an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst studiert haben. Den Herausgebern Markus Dreßen, Lina Grumm, Anne König und Jan Wenzel ging es nicht darum, den Output aus Leipzig retrospektiv aufzubereiten. Viel wichtiger war ihnen, ein paar Dinge mit dem Buch voranzutreiben. Es liest sich deshalb eher wie eine Mitschrift der laufenden Produktion. -- Was heißt es, ein Buch zu gestalten? "Liner Notes" geht dieser Frage in fiktiven Dialogen und Gesprächsprotokollen nach, in denen Buchgestalterinnen detailliert über den Entstehungsprozess eines ihrer Bücher sprechen. Entstanden ist so eine Reflexion im Medium: Ein Buch, das aus Büchern gemacht ist und dessen Gebrauchswert darin liegt, Ideen für neue Bücher zu geben.

.
Liner Notes. Gespräche über das Büchermachen, Leipzig z.B.
Herausgegeben von Markus Dreßen, Lina Grumm, Anne König und Jan Wenzel
256 Seiten
Gestaltung: Markus Dreßen und Lina Grumm
ISBN: 978-3-940064-83-7
Englisches Supplement: 978-3-940064-84-4
35 Euro
http://www.spectorbooks.com
Sunday, 22.11.2009
19:00h
How Riley Re-Invented Repetition
Structural repetition in US-American avant-garde and experimental music around 1950 was considered a taboo: Cageian open forms as well as serial twelve-tone rows clearly forbade it. A radical gesture can be found in La Monte Young’s Fluxus-influenced X for Henry Flint (1960), but the kind of repetition used in it cannot be considered a proper compositional technique.

Terry Riley, Studio Session, Copenhagen, 1970
It was Terry Riley who started to work with looping and delay techniques offered by the tape recorder, first present in the tape collage Mescalin Mix (1961). At the same period he also experimented with new forms of assembling recorded material that anticipates the practice of remix (Music for “The Gift”). With In C (1964), these techniques are transferred to the instrumental work, an abstract move between two ontologically distinct realms: the mechanical and the instrumental. Its impact is integral to the understanding of the later American musical minimalism, including the works of Steve Reich and Philip Glass.
In his illustrated and sonorous presentation (in English), Johan Girard shows Riley’s pioneering and the further development of the use of repetition in experimental music after him.

K.K. Forum C.C.
The presentation is part of the series Forum KK for research in art and culture, directed by Michael Hiltbrunner, at the Corner College Zurich in cooperation with the Swiss Society for Cultural Studies (SGKW).
Monday, 23.11.2009
19:00h
Text: Excerpts from "Lipstick Traces: A Secret History of the 20th Century" by Greil Marcus (1989)

Lipstick Traces
Tuesday, 24.11.2009
18:00h
Beschlagnahmt: Rolf Heissler
Objekte aus dem Gefängnis
Rolf Heissler war Mitglied der Roten Armee Fraktion (RAF). In den 22 Jahren seiner Haft von 1979-2001 wurde seine Post überwacht, knapp 2000 Sendungen wurden beschlagnahmt. In ausgewählten Objekten zeigt die Ausstellung von Joachim Baur den Kampf um Kontrolle und die Kommunikation und Projektion unter den Bedingungen der Isolation. Sie wirft damit einen anderen Blick auf die lange Geschichte der Konfrontation von RAF, Staat und politischer Bewegung.

.
Die Veranstaltung läuft im Rahmen der Reihe "Ästhetik@Subversion" der zHdK. Kommende Gäste in der Reihe sind Klaus Theweleit (Freiburg), 9.12.2009 und Dmitry Vilensky (St. Petersburg/Moskau), 13.1.2010
http://www.zhdk.ch/?vth
Friday, 27.11.2009
14:00h
"Japan Proxy" ist ein Blog für japanische Produkte. Im Schlaraffenland der japanischen Grossstädte sind wir laufend auf der Suche nach wertvollen schönen und verrückten Dingen, die wir in ausgewählte Läden in die Schweiz importieren. Ausgestellt wird:
• Papeterie Produkte aus den 80er Jahren
• Designer Socken von Ayamé
• Diverse Taschen und Rucksäcke
• Tenugui Tücher
• Handgemachte Kautschukballone
• u.v.m.

.
Kommt vorbei und entspannt euch beim Anblick vom Japanproxy Steingarten während ihr frische koreanische Maki Rolls von Maya Minder aus dem "Kim Pat Corner" geniessen könnt.
http://www.japanproxy.ch
Monday, 30.11.2009
19:00h
Text: Excerpts from "Ästhetik der Interpassivität" by Robert Pfaller (2009)

.
> Against Participation
> Interpassivität heute
Wednesday, 02.12.2009
19:00h
Müller und Sourvinos dokumentieren seit Jahren dilettantische Graffiti in ganz Europa, welchen wir normalerweise kaum Beachtung schenken würden. Schnell und unbeholfen gesprüht, fern jeglicher Streetart oder Szenencredibilität. "Zero Tolerance" gilt für sie in allen Bereichen – im ästhetischen genauso wie im gesellschaftlichen Sinne. Das Künstlerbuch zeigt eine Auswahl ihrer gesammelten Kritzeleien, Slogans und Schriftbilder, im Versteckten auf Brückenpfeiler oder an Waldhütten gesprüht.

.
"Zero Tolerance" wurde erstmals bei Rollo-Press als Bootlegversion publiziert und ist nun bei Kodoji Press erhältlich. Jedes der Bücher ist durch die unterschiedlichen Farbverläufe des Irisdrucks ein Unikat mit einem eigenständigen künstlerischen Ausdruck. Die Bilder, nur lose durch eine Banderole und einen Innenkarton zusammengehalten, laden zur Kreation eigener Seitenabfolgen ein. Die offene Form hinterfragt das typische Merkmal der Buchbindung und derer linearen Seitenabfolge. Der Text auf dem Innenkarton ist einer amerikanischen Antigraffiti-Webseite entnommen und informiert über Gefahren und Prävention von Graffiti.

.
16.5 x 23 cm, 72 lose, gefaltete Seiten mit Banderole und separatem Innenkarton
40 SW-Bilder im Irisdruckverfahren
Kodoji Press, Baden, 2009, ISBN 978–3–03747–025–1
http://www.kodoji.com
Thursday, 03.12.2009
18:00h -
Saturday, 05.12.2009
Far from East Marathon
48 Hours of Tales Uninterrupted
48 hours of uninterrupted projection of animated films from China, Japan and USSR from 1941 until 1987 collected by the artist Julia Tabakhova. Join the event on Facebook.

.
With animations by: Wan Lai-Ming, Mikhail Tsekhanovsky, Ivan Ivanov-Vano, Boris Stepantsev, Roman Kachanov, Vladimir Gromov, Mikhail Tsekhanovsky, Mstislav Pashchenko, Leonid Amalrik, Valentina Brumberg, Alexander Ivanov, Lev Atamanov, Vladimir Polkovnikov, Yevgeni Migunov, Boris Dyozhkin, Olga Khodataeva, Pyotr Nosov, Snezhko-Blotskaya, Roman Davydov, Ivan Aksenchuk, Boris Stepantsev, Yuri Norstein, Oleg Churkin, Lev Milchin, Vladimir Pekar, Osamu Tezuka, Efrem Pruzhanskiy, Inessa Kovalevskay, Mamoru Oshi.

.
For the "Far from East Marathon - 48 Hours of Tales Uninterrupted" the graphic design studio Wakey (Paris) has developed a typeface called "Snuffféerie" integrating Julia Tabakhova's work. The typeface will be presented on posters: http://www.wakey.fr/marathon.html
> Download the full program here
Monday, 07.12.2009
19:00h
Text: Excerpts from "Art As Experience" by John Dewey (1934)

.
> John Dewey - Deutsche Fassung
> John Dewey - English Version
Wednesday, 09.12.2009
19:00h
Der dystopische Roman einer bücherlosen Gesellschaft "Fahrenheit 451" von Ray Bradbury erschien erstmals 1953 bei Ballantine Books (heute Random House). Bis heute sind davon über 5 Millionen Exemplare gedruckt worden. Der Roman basiert auf der Kurzgeschichte "The Fire Man" von Bradbury, die in "Galaxy Science Fiction" (Vol. 1, No. 5, Feb. 1951) erschienen ist. Der Titel bezieht sich auf die Temperatur, bei welcher sich Papier entzündet. 451°F entspricht 232,78°C.

240%
Ein Reprint der Zweitausgabe in der 24. Auflage wurde von Aude Lehmann und Lex Trüb 2009 in New York realisiert. 240% vergrössert und im Siebdruck in einer Auflage von 40 Stück gedruckt, können die Exemplare gekauft oder gegen ein Angebot freier Wahl getauscht werden. Die Herausgeber behalten sich vor, diese auf ihren Gegenwert hin zu prüfen und selektiv auszuwählen.
Mit DJ Renato Renato (back in town!)
Saturday, 12.12.2009
12:00h

Key Visual 2009
Andrew Jeffrey Wright (Philadelphia)
variomatlink::Anne Käthi Wehrli & Lena Reiser::http::www.nieves.ch/catalogue/catalina.html (Zürich)
Asher Penn (New York)
Asterisk (Tallinn)
Bedford Press (London)
Beni Bischof (St. Gallen)
Boa Books (Geneva)
Cafe Royal (Southport)
Camilla Candida Donzella (Milano)
Chinese Wax Job (Honolulu)
Duke Press (London)
Dynasty Zine (Athens)
Elk (New York)
Emanuel Tschumi (Zürich)
Eric Andersen (Zürich)
Eric Marth (Virginia)
Erik van der Weijde (Amsterdam)
Ethan Hayes-Chute (Berlin)
Famicon (London)
Faund (Lausanne)
Flag (Zürich)
variomatlink::Für Immer::http::www.fuerimmer-forever.com (Zürich)
Grilli (Bern)
GRRRR (Zürich)
variomatlink::HAHA Höland Annett & Haas Anna::http::www.paperscissorsstone.ch (Arnhem)
Hekuzuku (Zürich)
Himaa (Tokyo)
Innen (Budapest)
Islands Fold (Victoria)
Kaugummi (Rennes)
Les Editions du 57 (Dunkerque)
Malheft (Zürich)
Marsplastik (Zürich)
Motto (Berlin)
Nazi Knife (Lyon/Paris)
Nicole Bachman (London)
Nieves (Zürich)
Ooga Booga (Los Angeles)
Piczine (Paris)
Pipifax (Zürich)
variomatlink::Püre Bildmagazin::http::www.phuckphotography.ch (Zürich)
Public Library (Santiago)
Retard Riot (New York)
Robin Cameron (New York)
Rollo Press (Zürich)
Samuli Blatter (Luzern)
Sergej Vutuc (Heilbronn)
Shoboshobo (Paris)
Sister (Los Angeles)
Stefan Marx (Hamburg)
Sumi Ink Club (Los Angeles)
The Kingsboro Press (New York)
The Lions (Montreal)
Turbo Magazine (Biel/Bienne)
Zines Mate (Tokyo)
+
"The Fetish and the Hero: Eight Easy Pieces"
by Sam de Groot (Amsterdam)
Live Concert
by Die Welttraumforscher (Zürich)
A Nieves & Rollo Press Happening

Illustration by Flag
Monday, 14.12.2009
19:00h
Film: "Back to Fucking Cambridge" by Otto Mühl and Terese Panoutsopoulos (1987)

.
> AA Human Rights, 1977
> Back to Fucking Cambridge, 1987
Tuesday, 15.12.2009
17:00h
Graphic Design for and Against Cities
"Salon de Recherche": Axel John Wieder, Curator Künstlerhaus Stuttgart (with Ruedi Baur, Miguel Robles-Duran, Vera Kockot, Jesko Fezer and Matthias Görlich)
The first Civic City Display in the Showcases of Corner College is centered around the question of a critical representation of urban issues. It presents graphic works by Zak Kyes and Metahaven.
"Graphic Design for and Against Cities" refers to the research exhibition by the Amsterdam based design collective Metahaven "Stadtstaat. A Scenario for Merging Cities", previously shown in Künstlerhaus Stuttgart and Casco, Utrecht, and the group exhibition "Dubai Düsseldorf" at Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, which included work by London graphic designer and publisher Zak Kyes. Around the same time in 2009, both exhibitions were concerned in different ways with imaginary merged cities as a phenomenon of globalization. The works of Metahaven and Zak Kyes deal with the potentials of visual communication in the representation of such cities as well as with the possibility of graphic critiques of strategies for urban marketing and its image politics.
Duration of the exhibition: 17.12.09–10.01.2010
Wednesday, 16.12.2009
20:00h
Graphic Design for and Against the City
Exhibition opening and "Salon de Recherche": Metahaven (with Ruedi Baur, Miguel Robles-Duran, Vera Kockot, Jesko Fezer and Matthias Görlich)
The first Civic City Display in the Showcases of Corner College is centered around the question of a critical representation of urban issues. It presents graphic works by Zak Kyes and Metahaven.

Dubai DĂĽsseldorf
"Graphic Design for and Against Cities" refers to the research exhibition by the Amsterdam based design collective Metahaven "Stadtstaat. A Scenario for Merging Cities", previously shown in Künstlerhaus Stuttgart and Casco, Utrecht, and the group exhibition "Dubai Düsseldorf" at Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, which included work by London graphic designer and publisher Zak Kyes. Around the same time in 2009, both exhibitions were concerned in different ways with imaginary merged cities as a phenomenon of globalization. The works of Metahaven and Zak Kyes deal with the potentials of visual communication in the representation of such cities as well as with the possibility of graphic critiques of strategies for urban marketing and its image politics.
Duration of the exhibition: 17.12.09–10.01.2010
Friday, 18.12.2009
20:00h
In sieben Videos rufen zehn Künstler das Begehren, the desire, le désir als dialektisches Gegenüber des Erkennens auf und an. In den meisten der Arbeiten setzen Darsteller mit großer Schau- und Zeigelust jeweils ein Objekt des Begehrens in eine überraschende Beziehung. Das begehrte Objekt scheint durch das Rollenspiel und das Set verschoben; es gerät ins Driften. Das Videoscreening "Stage of Desire", zusammengestellt von Petra Reichensperger, Stefan Panhans und Eske Schlüters, stellt in Zeiten einer zunehmenden Virtualisierung von Gefühlen und einer wachsenden Simulation von Realitäten auf der Bühne die Frage nach der Vermittlung von Emotionen und nach den Möglichkeiten von Handlungsspielräumen. Die Verschränkung von Realität und Fiktion ist gemeinsames Thema der eingeladenen Künstler, ebenso wie die Selbstbefragung des Mediums Film.
Mit:
Guy Ben-Ner
SECOND NATURE
2008, Video, 10:12 min.
Keren Cytter
DER SPIEGEL
2007, Video, 4:50 min.
Stefan Panhans
IF A STORE CLERK GAVE ME TOO MUCH CHANGE
2009, Video, 15:00 min.
Ming Wong
ANGST ESSEN
2008, Video, 27:00 min.
Eske Schlüters
AFTER THE REHEARSAL
2008, Video, 7:5 min.
Ho Tzu Nyen
THE BOHEMIAN RHAPSODY PROJECT
2006, Video, 6:20 min.
Judith Hopf / Deborah Schamoni / Clemens Schönborn
ELEVATOR CURATOR
2005,Video, 20:00 min.

Stefan Panhans: If a store clerk gave me too much change, 2009
Monday, 21.12.2009
19:00h
Text: "Altermodern" Exhibition Catalogue curated by Nicolas Bourriaud (2009)

.
> Altermodern Indroduction
> Altermodern T.J. Demos
> Altermodern Okwui Enwezor
Friday, 08.01.2010
19:00h -
Saturday, 23.01.2010
Eröffnung Samstag 9.1.2010 ab 19 Uhr
Dauer 10.1. – 24.1.2010 Di – So 14 – 18 Uhr
Die ökonomische Krise hat nicht nur Anleger und Banker ratlos gemacht. Auch in der Kunst fragen sich Galeristen, Auktionatoren, Sammler und nicht zuletzt Künstler, wie viel die Kunstwerke heute noch wert sind, um die sich die Käufer gestern noch gerissen haben. Waren die Millionenpreise von gestern märchenhafte Fiktion? Ist der Preisverfall heute Ignoranz gegenüber dem Guten und Schönen und den ewigen Schätzen der Kunstgeschichte? Und kommt es überhaupt aufs Geld an? Kann man Ideen in barer Münze messen?
Das Ausstellungsprojekt Fair Value ist eine Antwort auf diese Fragen. Gerrit Gohlke, Chefredakteur des artnet Magazins mit Sitz in Berlin, hat mit einer studentischen Arbeitsgruppe der F+F Schule für Kunst und Mediendesign Zürich die Frage nach dem Wert der Kunst gestellt. Wie lässt sich der Wert messen? Nach welchen Maßstäben entscheidet der Markt, entscheiden Kenner über Kunst und ihre Qualität?
Als Ergebnis wurden alle Studentinnen und Studenten der F+F aufgefordert, ein eigenes Kunstprojekt einzureichen und sich der schulinternen Bewertung zu unterwerfen. Alle TeilnehmerInnen hatten darüber zu entscheiden, welches die besten und wertvollsten Werke sind. Über eine durch den Berliner Medienkünstler Karl Heinz Jeron realisierte Online-Plattform sollte darüber abgestimmt werden, welche Werke in eine Ausstellung aufgenommen werden würden.
So verwandelten sich Wert, Konkurrenz, Markt, Evaluation von abstrakten Begriffen in ein doppelbödiges Spiel um Urteil und Vorurteil, Selbstbehauptung und Fremdwahrnehmung. Der Markt war keine exterritoriale Außenwelt, sondern fand innen statt. Was sich durchsetzt, bestimmten die TeilnehmerInnen selbst. Würden angehende KünstlerInnen vernünftiger entscheiden als Sammler und Investoren? Würde das Publikum am Ende der Auswahl das beste Kunstwerk zu Gesicht bekommen oder nur das konformistischste? Würden soziale Erwartungen entscheiden oder formale Qualität?
In der am 9. Januar 2010 eröffneten Ausstellung wird beides zu sehen sein: Die ausgewählte und ausgezeichnete Kunst ebenso wie das System, nachdem sie benotet wurde. Das Publikum hat die Chance, hinter die Kulissen eines Projekts zu blicken, das so objektiv wie möglich Wert ermitteln wollte und selbst zum spekulativen Marktplatz werden musste. Die Ausstellung zeigt neben den Kunstwerken auch die Bewertungskriterien und den Projektverlauf. Sie ist überdies dank der Ausstellungsgrafik des jungen Zürcher Designers Yves Kellenberger, einem F+F-Absolventen, ein verführerisches Vexierbild über Wert und Bewertung. Sie zeigt nicht nur Kunst, sondern auch die formale Qualität von Zahlen und Daten. Die Bewertungsmaschinerie wird zum anschaulichen und unterhaltsamen Ausstellungsgegenstand.

Fair Value Invitation
Die KünstlerInnen: Tonjaschja Adler, Johanna Bossart, Jonas Bürgi, Rita Capaul, Sheryl Dang, Mia Diener, Joachim Florineth, Yvonne Good, Dominik His, Markus Huber, Leandro Marangoni, Christian Massler, Eva Moline, Miriam Mura, Sabine Mörig, Stina Kasser, Elena Könz, Duncan Phillips, Gregor Röthlisberger, Thomas Schlup, Monika Schmid, Simone Steinegger, Ryan Subramaniam, Silvia Popp, Jana Vanecek, Valentina Vujovic, Judith Weidmann, Karin Wiesendanger, Xiaoqun Wu, Lauren Wildbolz.
Ein Projekt von Gerrit Gohlke und Karl Heinz Jeron für die F+F Schule für Kunst und Mediendesign Zürich. Realisiert von Gerrit Gohlke und Karl Heinz Jeron. Koordiniert von Denise Altermatt, Eva Moline und Silvia Popp. Ausstellungsdesign: Yves Kellenberger
Monday, 11.01.2010
19:00h
Between the different works of Falke Pisano's series "Figures of Speech" there is a circulation and exchange of language, ideas and forms. A transfer from one work to another often involving a change of status, a reflection within a different context or a further elaboration on an idea. Several formulations come back in different works; formulations of ideas for works become works; descriptions of works are used in preceding or following works and there is an exchange between descriptive or explanatory texts about the work and the work itself.
Falke Pisano's work proceeds primarily from an interest in the constructive potential of thought and the possibilities of constructing and solving problems in the field of language by using an analytical and documentary approach in her exploration of the relationship between language and image in order to rethink the position of art today. Through her work with language Falke Pisano activates different features characteristic of it - allowing her to explore multiple presentation forms: performance, reading, lecture, installation, publication, construction of abstract sculptural models, and so forth.

.
When Europe Speaks with One Voice
Die Veranstaltungsreihe untersucht die strategische Verwendung von historischem Material im Rahmen künstlerischer Praxen. Anhand von Vorträgen soll thematisiert werden, wie bildende Künstler gegenwärtig historisches Material benutzen um aktuelle Diskurse zu befragen oder zu unterminieren, und welche narrativen Modelle von (Kunst-)Geschichte dieser Beschäftigung zugrunde liegen.
When Europe Speaks with One Voice wird veranstaltet von Lucie Kolb und Romy Rüegger.
Tuesday, 12.01.2010
17:00h
Roundtable -- An Atlas of Radical Cartography
presented by Civic City
mit Lize Mogel, Alexis Bhagat (Kuratoren der Ausstellung)
und Matthias Görlich (Forscher D2C, White Spots Black Holes)
Wednesday, 13.01.2010
18:30h
About the medial representation of the city
Virtual, cartographic, diagrammatic, processual
mit Philippe Rekacewicz (Le Monde Diplomatique), Lize Mogel, Alexis Bhagat (Kuratoren der Ausstellung) und Matthias Görlich (Forscher D2C, White Spots Black Holes)
Monday, 18.01.2010
19:00h
This week's Theory Tuesdays will be a Dada Historical Review, held at the Cabaret Voltaire!

.
> Hugo Balls Eröffnungs-Manifest
> Hugo Balls Eröffnungs-Manifest in gesprochener Form
> Debbie Lewer - Fuga Saeculi
Monday, 25.01.2010
19:00h
This week's Theory Tuesdays will be a Dada Historical Review, held at the Cabaret Voltaire!

.
> Hugo Ball - Lautgedichte
> Hugo Ball - Der KĂĽnstler und die Zeitkrankheit
> Hans Ulrich Obrist - Manifestos for the Future
Monday, 01.02.2010
19:00h
"Altermodern" continued...
1. "The Ends of Exile: Toward A Coming Universality" by T.J. Demos
2. "Modernity and Postcolonial Ambivalence" by Okwui Enwezor

.
> Altermodern Manifesto - Nicolas Bourriaud
> The Ends of Exile - Toward A Coming Universality by T.J. Demos
> Modernity and Postcolonial Ambivalence by Okwui Enwezor
Monday, 08.02.2010
19:00h
Selected writings of Hal Foster:
1. "The Artist As Ethnographer?"
2. Excerpts from "Design and Crime"

Hal Foster
> The Artist As Ethnographer?
> Design and Crime
> This Funeral is for the Wrong Corpse
Monday, 15.02.2010
19:00h
The White Cube and The Studio
1. "Inside The White Cube" by Brian O'Doherty (Introduced by Daniel M.)
2. "Studio And Cube, On The Relationship Between Where Art Is Made And Where Art Is Displayed" by Brian O'Doherty

White Cube
Sunday, 21.02.2010
20:00h
Zahlreich sind die Froschbrunnen und bildungsbürgerlichen Akt-Skulpturen in den Pärken, vor Ämtern und auf Plätzen der Stadt Zürich. Die meisten der herzerwärmenden Figuren werden jedoch bald das Zeitliche segnen, denn Zürich baut um. Das neue Domizil der ungeliebten Figuren lautet nach der offiziellen Sprachregelung "Transitraum", wo die ortsspezifischen Werke endgültig ihre Relevanz verlieren werden. "Kunst im öffentlichen Raum", d.h. im Stadtraum parkierte Kunstobjekte, besitzen ein Ablaufdatum. So zumindest muss man folgern, wenn man historisch den Umgang mit der Kunst im Stadtraum Zürichs betrachtet. Nur "hochwertige" Skulpturen verdienen es, die Passantinnen und Passanten weiter zu erfreuen. Kunst im Stadtraum – so die provokative These – ist deshalb immer ephemer, für kurze Zeit geduldet, nicht aber erwünscht. Vielleicht auch unbedeutend. Und das was heute aufgestellt und geplant wird, dient mehr einer Identitätspolitik als einer kontrovers zu diskutierenden Kunst. Man kann dies einfach konstatieren oder wieder polemisch formulieren: Schluss mit der "Kunst im öffentlichen Raum" - für eine Kunst Stadtraum!

Aesthesen Vol. 6
"Ästhesen" beabsichtigt künstlerische Praktikerinnen und ästhetische Theoretikerinnen im Rahmen eines öffentlichen Anlasses miteinander kurzzuschliessen und damit eine Schnittstelle für eine gemeinsame theoretische Reflexion jenseits von Feuilleton oder Akademie zu eröffnen. Die Form orientiert sich primär am Dialog, inhaltlich soll es um aktuelle ästhetische Problemstellungen gehen. Ziel ist es, dass sich ein reflexives und vermittelndes Gespräch mit Bezug zur zeitgenössischen Kunst entfalten kann, an dem die verschiedenen Protagonistinnen des Kunstsystems gleichermassen teilnehmen und von einander profitieren, indem sie nicht nur über einander, sondern auch miteinander reden.
Die Diskussion wird jeweils mit einer Eingangsthese initiiert, die von einer eingeladenen Person vorgestellt wird. Im Anschluss werden Fragen, Beobachtungen und Phänomene gemeinsam diskutiert werden. Die vorgestellte These soll auf einer pointierten Fragestellung basieren oder einem scheinbaren Widerspruch im Kunstsystem, der ein Mindestmass an theoretischem Problembewusstsein und Hintergrundwissen voraussetzen kann, zugleich aber losgelöst von systematischen Theorien bzw. ohne deren fundierte Kenntnis erörtert werden kann.
Monday, 22.02.2010
19:00h
"Migrants of Identity" by Nigel Rapport and Andrew Dawson
1. Introduction: The Topic and the Book
2. Chapter 1: Home and Movement: A Polemic

Migrants of Identity
> Introduction - The Topic and the Book
> Home and Movement - A Polemic
Tuesday, 23.02.2010
20:00h
The Uncanny --
Mike Kelleys schillerndes Langzeitprojekt

The Uncanny, 1993
Zur Zeit für 730 € bei Amazon im Angebot – "The Uncanny by Mike Kelley, artist" der Katalog zur vielbeachteten Ausstellung in der Tate Liverpool und dem Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig in Wien, 2004, ist mein Einstieg zu Kelleys Auseinandersetzung mit dem Unheimlichen, wie es als ästhetische Qualität von Freud beschrieben und von Kelley für den Ausstellungsraum angewandt wurde. Das Buch enthält neben den üblichen Komponenten eines Ausstellungskatalogs, wie Vorwort, kontextualisierende Essays, Werkverzeichnis, Dank usw., eine Erklärung von Kelley selbst sowie eine Reihe von Installationsansichten, die deutlich machen, dass die beiden Ausstellungen in Liverpool und Wien Reinszenierungen einer vorausgegangenen Ausstellung sind. Für die hatte sich Kelley 1993 im Rahmen der Skulpturenausstellung Sonsbeek im holländischen Arnheim die Rolle eines Kurators angeeignet, und zu deren Anlass und Dokumentation ebenfalls einen Katalog publiziert. Daraus ergeben sich eine Reihe von Fragen, denen ich in meinem Vortrag nachgehen werde. Was war der Kern der Ausstellung von 1993? Was mag zu Kelleys Rollenwechsel von Kurator zu Künstler geführt haben? Wie unterscheiden sich die beiden Publikationen?
Sunday, 28.02.2010 -
Friday, 29.06.2012
Beginning from March 2010 to June 2012 Corner College has co-organised and co-hostsed a bookstore offering a wide selection of books, magazines and artists' publications provided by Motto Berlin.

Foyer Shelf

Haute Bricolage

Corner College Shelf

Outside View
For more informations and orders go to:
Motto Distribution
variomatlink::Motto Zürich Facebook::http::www.facebook.com/mottozurich?ref=ts
Monday, 01.03.2010
19:00h

Incomplete Open Cubes
Conceptual Art
> Sol LeWitt - Paragraphs on Conceptual Art
> Peter Goldie and Elisabeth Schellekens - Who's afraid of Conceptual Art
Monday, 08.03.2010
19:00h
--- "Foksal Gallery and the Notion of Archive: Between Inventory and Place" by Pawel Polit
Foskal Gallery and the Notion of Archive -- Between Inventory and Place

.
Tuesday, 09.03.2010
19:00h
An die Wand!
Aufstand, Subversion und die kulturelle
(Wieder-)Aneignung des Politischen
In der südmexikanischen Stadt Oaxaca, Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates, bestimmte in der zweiten Jahreshälfte 2006 ein Aufstand das politische, kulturelle und soziale Leben. Nachdem die von breiten Teilen der Bevölkerung unterstützte Erhebung Ende November mit Hilfe der Bundespolizei brutal niedergeschlagen worden war, gehörte es zu einer der ersten Maßnahmen der Behörden, alle Graffiti und Spuren von Street Art an den Wänden des historischen Zentrums und weit darüber hinaus zu übermalen. War die politische Wandmalerei zu subversiv?
Dass nicht jede Äußerung an den Wänden des öffentlichen Raumes diesen erst als emanzipatorischen konstituiert oder subversiv in ihn interveniert, lässt sich gerade in Mexiko zeigen, wo die politische Wandmalerei ("Muralismus") durchaus staatstragende und tourismusanziehende Funktionen erfüllt (hat). Dennoch zeugen auch diese bemalten Wände von der Geschichte der Involviertheit künstlerischer Praktiken in jene sozialer Bewegungen – eine Geschichte, die die akademische Kunstgeschichte bis heute weitgehend ignoriert.

"Arte Jaguar", Oaxaca, Mexiko
Entgegen dieser Ignoranz ebenso wie gegenüber einem linken Euphorismus, der in jedem Wandbild Akte kreativer Subversion entziffert, gilt es, sich auf die Suche nach Kriterien für das Subversive der Kunst zu machen. Repression, wie das behördliche Übermalen von Bildern, kann ein solches Kriterium kaum sein. Man findet sie eher in der Beantwortung der Frage, wie sich Formen der "Insurrektion" (Negri) mit dem Kampf um das "kollektive Unbewusste" (Bourdieu) verknüpfen.
Wednesday, 10.03.2010
11:00h
Die beiden Kunstschaffenden Asia Andrzejka Amorin und Mirko Baselgia zeigen ihre neuesten Arbeiten – eine Veranstaltung initiiert von Aline Juchler.
Während Amorin sich in ihrer Malerei mit der Ambivalenz von Eingrenzung und Ausgrenzung verschiedener Individuen in einem sozialen, kulturellen, politischen Milieu beschäftigt, fordert die räumliche Installation der Gemälde den Betrachter zu ungewohnten Sichtweisen. Auch führt sie in einem fiktiven Kontinuum zwischen Absehbarkeit und Offenheit spezifische Handlungen an öffentlichen und halböffentlichen Orten aus, welche sich in verschiedene Situationen des alltäglichen Lebens übertragen lassen, sei es in soziale, ökonomische oder in interkulturelle Bereiche.
INDEXTINE ist eine Inszenierung in 11 Akten. Die junge Wissenschaftlerin Tine (Christine Milz) stellt fest, dass sie bei ihren Forschungen an der Welt, auf sich selbst zurückgeworfen wird. Sie versucht in einer Reihe von Versuchen mehr über sich selbst herauszufinden, um vielleicht auch mehr über die Welt zu erfahren. Tatsächlich führen die Spuren häufig zu ihrer Mutter, welche bei der Übertragung der Strukturen durch die Muttersprache ein dichtes Muster hinterlassen hat. Die gestalterischen Experimente sind teilweise spielerisch angelegt und teilweise durch schweres Scheitern gekennzeichnet.

.
Ausstellung
Asia Andrzejka Amorin, "Unter einer Decke"
Inszenierung
Mirko Baselgia, "INDEXTINE", Inszenierung in 11 Akten
Text/Regie
Michèle Graf und Mirko Baselgia
Schauspiel
Christine Milz
Musik
Ursina Braun (Komposition)
Alexander Fickel (Perkussion)
Andrea Siri (Horn)
Barbara Oehm (Violoncello)
Sarah Tysman (Celesta)
N.N. (Kontrabass)
N.N. (Oboe)
Dank an
Holzpunkt AG
www.triptrap-holzpflege.ch
Friday, 12.03.2010
21:00h
Soirée "Komfort"
A Magazine from the Czech Republic
"Komfort magazine is a non-commercial project based in Prague, Czech Republic. Completely DIY and Do It Together. This we see as a significant factor - it means we are not subordinate to any erratic publisher or advertiser. The purpose of Komfort Mag is to reverse the traditional idea of a magazine, as something which relies mainly on text. That's why Komfort is 70% pictures, illustrations or photography. Words are not enough to describe it. Komfort mag is available in several shops abroad, e.g. the newly opened Motto Store in Zurich. We are going to introduce the whole project itself and particularly the latest issue which has been finished recently."

Komfort Issues 0-3
In addition to the presentation, Chlebíčky and Czech pils will be served. The evening takes place in the presence of the producers of Komfort: Olga Benešová (graphic design), Jiří Karásek (editorial board), Radek Sidun (graphic design), Pavel Turek (editor)
http://www.komfortmag.cz
http://www.facebook.com/komfortmag
"Meet the Makers" is a new series conceived by Corner College in collaboration with Motto Zürich that aims to present contemporary publishing projects by inviting the individuals involved.
Sunday, 14.03.2010
19:30h
Die Brühlbebauung in Leipzig.
Eine städtebauliche Vision der DDR und ihr Ende

Fassade am Gebäudekomplex Brühl in Leipzig
Die Leipziger Architekten und Städtebauspezialisten Bernhard Tatter und Christian Kuegler halten einen Vortrag zum Umgang mit dem städtebaulichen Erbe aus DDR Zeiten. Beispielhaft stellen sie hierfür das 1966–68 erbaute Leipziger «Brühlprojekt» vor, dabei handelt es sich um ein Plattenbauensemble im Stadtzentrum von Leipzig, welches mittlerweile abgerissen wurde und nun durch ein Shopping-Mall ersetzt wird.
http://www.denkenbauenwohnen.de

K.K. Forum C.C.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Corner College mit der Schweizerischen Gesellschaft für Kulturwissenschaften (SGKW), sonst am Corner College vertreten mit der Reihe Forum KK für Forschung in Kunst und Kultur
Monday, 15.03.2010
19:00h
--- Excerpts from "Celebration at Persepolis" by Michael Stevenson

Celebration at Persepolis
Tuesday, 16.03.2010
19:00h
voiceoverhead
Listening Session & Presentation
"voiceoverhead" is an ongoing project by Achim Lengerer (Germany/Netherlands) and Dani Gal (Israel/Germany) that deals with performative aspects of speech, sound documents and archived spoken language. In the past years "voiceoverhead" realized exhibitions and performances in close collaboration with other visual artists, musicians and filmmakers in various venues such as INSA ART SPACE, Seoul; SMART Project Space, Amsterdam; PORTIKUS, Frankfurt am Main and DEUTSCHE GUGGENHEIM, Berlin.

voiceoverhead Performance, Insa Art Space, Seoul (KR) and Portikus (DE), 2007
During the evening Lengerer and Gal will play two sound compositions while presenting their collaborative project:
"Relational view" (2007)
The documentation of a visit Gal and Lengerer made to the London studio of the British artist William Furlong. The work is a reference to Furlong's Audio Arts archive of interviews with artists and to his own sound pieces.
"The ballot or the bullet" (2009)
The recording of a live-performance at the 2nd Herzliya Biennale in Israel in which the artists worked with the montaging and layering of different sound and spoken language documents.

When Europe Speaks with One Voice
Die Veranstaltungsreihe untersucht die strategische Verwendung von historischem Material im Rahmen künstlerischer Praxen. Anhand von Vorträgen soll thematisiert werden, wie bildende Künstler gegenwärtig historisches Material benutzen um aktuelle Diskurse zu befragen oder zu unterminieren, und welche narrativen Modelle von (Kunst-)Geschichte dieser Beschäftigung zugrunde liegen.
When Europe Speaks with One Voice wird veranstaltet von Lucie Kolb und Romy Rüegger.
Monday, 22.03.2010
19:00h
Visiting Artist: Nic Hess
http://www.nichess.ch

Simple Mathematics
"Auf Nic Hess’ Wegen bleiben die Insignien der globalisierten Welt an den Bändern und Folien kleben. Insbesondere Logos und Markenzeichen, Signets und Embleme gehen ihm auf den Leim, von Finanzinstituten und Hilfswerken, von Sportartikelherstellern und Lebensmittelketten. Mit dieser Entourage in den Museen, Galerien, Kulturinstituten, aber auch Privathäusern und Industriekomplexen angekommen, verklebt Nic Hess seine Bänder und Folien zu grossen Erzählungen, wie andere Künstler Linien zeichnen und Flächen malen. Wand- und deckenfüllend, treppenhausdurchwandernd, die Fenster kreuzend, bis in die Schornsteine kriechend. Die unterwegs eingefangenen Logos und anderen Zeichen finden sich, miteinander versöhnt und verbrüdert, an allen Ecken und Enden. Daher hat Nic Hess weltweit nicht nur den Ruf, Meister der Klebebänder zu sein, sondern auch Meister der Logos."
http://www.schweizermonatshefte.ch/index.php?nav=aktl&artikel=1360
Tuesday, 23.03.2010
19:00h
Politik des Glatten und des Gekerbten
Konstruktivismus des Raumes bei Deleuze und Guattari
Filz und Gewebe, Patchwork und Stickerei, eine nomadische und eine sesshafte Kunst: Neben Techniken des traditionellen Kunsthandwerks sind es einige Grundbegriffe einer elementaren Gestaltungslehre und einer neuen Ästhetik, die Gilles Deleuze (1925-1995) und Félix Guattari (1930-1992) zur Veranschaulichung und Definition ihrer Unterscheidung von glatten und gekerbten Räumen heranziehen: das Verhältnis von Punkt, Linie und Fläche, von taktiler, haptischer und optischer Wahrnehmung usw. Das Glatte und das Gekerbte bilden ein begriffliches Instrumentarium, mit dem sich – heute mehr denn je – politische und ökonomische Entwicklungen analysieren lassen: die prekäre Beziehung zwischen einer global agierenden Kriegsmaschine und einem lokalen Staatsapparat oder das Verschwinden der Grenze zwischen freier Tätigkeit und Arbeit.
Der Vortrag wird die Konzeption von Deleuze und Guattari nachzeichnen. In seinem Zentrum wird die Frage nach den ungenutzten Potenzialen ihrer Analyse stehen und damit zugleich die Frage nach einem bestimmten Verhältnis von Kunst, Ästhetik und Politik.
Eine Veranstaltung des MA Fine Arts / Departement Kunst & Medien / Zürcher Hochschule der Künste ZHdK
Monday, 29.03.2010
19:00h
--- Mladen Dolar’s "What's In A Voice"
--- Video Lecture: Mladen Dolar's "What’s In A Voice"
http://vimeo.com/7667628

Mladen Dolar
> Mladen Doler - What's in a Voice?
Monday, 05.04.2010
19:00h
--- Excerpts from "Producing Publics / Making Worlds! On the Relationship Between the Art Public and the Counterpublic" by Marion von Ostern
> Producing Publics (DE)
> Producing Publics (EN)
Friday, 09.04.2010
20:00h
Eine Liebesgeschichte, die auf der Stelle tritt. Und das irgendwo zwischen Kunst, kulturellem Kapital, Marketing. Und: Tiere, die in Logos wohnen; Wie der Puma in PUMA.

After Effect, D 2007, 75 Min.
Mehr durch Zufall gerät Kai Starel in das neu gegründete Institut CC, Carl Celler Culture. Junge, international schon fett angesagte Kreative sind dort zusammen gekommen, um Kunst, Kampagnen, oder irgendetwas dazwischen zu entwickeln. Man nimmt sie dort so wichtig, wie sie sich selber nehmen, versorgt sie mit Kontakten und Geld, um am Thema LOGO UND TIERE zu arbeiten.
Kai ist darin eine Art (Anti-)Model und antwortet mit stoischer Ruhe auf seine neue Rolle als Objekt merkwürdiger Reflektionen. Rena Yazka ist die eigentliche Queen der Kreativen, glaubt, nur das zu tun, was sie auch tun will. Kais und Renas Begegnung ist durchkreuzt vom Schwebezustand zwischen Arbeit und Leben, in dem sich alle befinden.
http://www.b-books.de/aftereffect
This event, part of Ich Tier (Du Mensch!) – Du Tier! (Ich Mensch), is curated by Cathérine Hug and Isabel Reiss.
Monday, 12.04.2010
19:00h
--- "The Fracturing of Globalization" by Julian Stallabrass
--- "Acting Out in the City: Artistic Intervention as Production of Public Space" by Hou Hanru
> Julian Stallabrass
> Hou Hanru
Tuesday, 13.04.2010
21:00h
Samuel Fuller: White Dog (1982)
Up and coming Hollywood starlet Julie Sawyer (Kristy McNichol) takes in a stray German Shepherd after accidentally hitting it with her car. Though the animal seems friendly and protective at first, it soon reveals a startling aspect of its nature: it will brutally kill any dark-skinned person it sees. Facing the possibility that her pet might be euthanized for the safety of the public, Julie takes the dog to Noah's Ark, a facility that specializes in training animals for movies. She begs the facility operator Mr. Carruthers (Burl Ives) to break her dog of its racist attack training, but he insists it is not possible. However, his top trainer, Keys (Paul Winfield) believes he can break the dog and takes on the task as a personal challenge. But Keys himself is African-American, meaning every training session is literally a life and death struggle.

White Dog (1982)
This event, part of Ich Tier! (Du Mensch) – Du Tier! (Ich Mensch), is recommended by Flo Maak, participating artist in the exhibtion. It met with censorship and "was almost never shown in the movie theater, because it was considered racist even though it is an anti-racist film." (Flo Maak)
6-9 pm: Bar and small talk at Perla-Mode
9-10:30 pm: White Dog, by Samuel Fuller, 1982.
Tuesday, 20.04.2010
21:00h
Emilie Deleuze - Mister V. (2003)
Ein unbändiges Pferd gerät ins Zentrum von menschlichen Intrigen und Gefühlsverwirrungen. Dabei erweist es sich resistent gegen sämtliche Domestizierungsversuche.
Lucas (Mathieu Demy), ein junger Forscher, ist fasziniert von der Analyse der Bewegung: Als Wissenschafter studiert er in einem Labor jene von Pferden, als Tänzer die Abfolge der Schrite beim Stepptanz.
Eines Tages kommt sein Bruder, ein leidenschaftlicher Pferdezüchter, durch einen starken, kraftvollen Zuchthengst ums Leben. Das Pferd, eigentlich Objekt eines Versicherungsbetrugs, soll getötet werden; Lucas nimmt sich seiner an, obwohl ihm Pferde von jeher Angst einjagen. Gleichzeitig kommt er seiner Schwägerin, in die er immer schon verliebt war, langsam näher.
In der angespannten Situation die Erinnerung an seinen Bruder, das Auftauchen des ehemaligen Teilhabers entwickelt sich eine immer stärkere Beziehung zwischen Lucas und dem Hengst, genannt Mr. V.

Mister V. (2003)
Mister V. so der Name des Pferdes nimmt sein Drama ganz wörtlich, verkehrt jedoch die übliche Gangart: Nicht das Pferd wird darin domestiziert, sondern der Mann verwildert zum Tier. Der Film bezieht aus diesem in taktilen Bildern ausgetragenen Wettkampf zwischen Mensch und Tier seinen Reiz, changiert dabei zwischen einer untergründigen Spannung und grotesken Momenten etwa, wenn Pferd und Mensch zu steppen beginnen: ein faszinierender kleiner Film jedenfalls, mit dem sich Deleuze als eigenständige Autorin erweist. (Dominik Kamalzadeh)
6-9pm: Bar and small talk at Perla-Mode in the context of Ich Tier! (Du Mensch) – Du Tier! (Ich Mensch)
9 pm: Mister V., by Emilie Deleuze, 2003.
Thursday, 22.04.2010
19:30h
Der Bericht einer Verhundung
(Report on a Caninization)

Mirjam Hofmann: Humandog
This event, part of Ich Tier! (Du Mensch) – Du Tier! (Ich Mensch), is curated by Dimitrina Sevova.
Saturday, 24.04.2010
19:00h
Creative Anthropomorphism --
Animal Forms of Sociality and Cross Species Desires
Based on ideas inspired from her involvement in an Animal Studies group, Judith Jack Halberstam will discuss human-animal bonds, intimacies and antagonisms, about animal forms of sociality and cross species desires among other things.
On the website of "Ich Tier! (Du Mensch) – Du Tier! (Ich Mensch)" you will find an interview with Prof. Judith Jack Halberstam made by Cathérine Hug in the context of the project.

Professor Judith Jack Halberstam (Photo: Mathias Danbolt)
See also some of Judith Halberstam's published texts on related topics:
-- Modern Love?
-- Life Off the Leash. Or, Confessions of a Petophobe
This event, part of Ich Tie! (Du Mensch) – Du Tier! (Ich Mensch), is curated by Cathérine Hug and Isabel Reiss.
Monday, 26.04.2010
19:00h
Visiting Artist: Lada Nakonechna

Dear Felix Gonzalez-Torres, Can We Ever Give Up the Sweet? by Lada Nakonechna
Monday, 03.05.2010
19:00h
--- "Design Thinking or Critical Design?" by Rick Poynor
--- "Middle Culture: Designers, Artists, Professionals" by Camiel van Winkel

.
> Rick Poynor
> Camiel van Winkel
Tuesday, 04.05.2010
19:00h
No stories videos –
eine künstlerische Feldforschung
Die künstlerische Arbeitsweise des binationalen Künstlerteams Eva Paulitsch und Uta Weyrich (Österreich/Deutschland) besteht im Zerlegen, Sortieren und Untersuchen von ganz besonderem Filmmaterial- von Handyfilmen, die sie seit vier Jahren im öffentlichen Raum sammeln und in einem Archiv chronologisch einordnen.
Diese bizarre Sammlung entwickelt sich immer mehr zu einem faszinierenden Zeitdokument, zu einer eine Art Spurensicherung und Verortung der Gegenwart und ist die Basis ihrer künstlerischen Auseinandersetzung über Massenmedien und Trends und deren Einfluss auf sämtliche Bereiche der Gegenwartskultur. Die Filme als Indikator und Stellvertreter für gesellschaftliche Entwicklungen, Tendenzen und Diskurse wie Bild/Medienpolitik, Alltagskulturen, Rollenmodelle, Gender, Urbanität, Web2.0, glokale Kulturen und mediatisierte Identitäten. Damit einhergehend: stellen Handyfilme geeignete Werkzeuge dar die Welt abzubilden?

.
An diesen Abend werden die beiden Künstlerinnen ihr Archiv öffnen und Einblicke in das gesammelte Filmmaterial ermöglichen. Die Besucher werden animiert sich mit ihrem potentiellen know-how und der eigenen Wahrnehmung dem Phänomen Handyfilm kritisch und spielerisch auseinanderzusetzen.
Mehr Infos unter http://www.pw-videoblog.de
Der Anlass findet im Rahmen von "Ästhetik Subversion", einer Vortragsreihe der Vertiefung Theorie in Zusammenarbeit mit dem Master of Fine Arts des Departements Kunst & Medien an der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK, statt.
http://www.zhdk.ch/index.php?id=aesthetik_subversion
Monday, 10.05.2010
19:00h
--- Film: "Ameise der Kunst" by Jonathan Meese

Jonathan Meese
Sunday, 16.05.2010
20:00h
Ästhesen — zeitgenössische Kunst denken #7:
Streetart muss kuratiert werden
Streetart ist keine Kunst. In Zürich. Ausserhalb von Museen und Galerien. Weder im offiziellen noch im inoffiziellen Kunstdiskurs. Ich halte dagegen: Streetart ist Kunst. Immer. Alles. Überall. Deshalb muss Streetart kuratiert werden

Aesthesen
Monday, 17.05.2010
19:00h
Hungry for Antropophagy

"Abaporu" the antropophagic emblem
> "Oswald de Andrade's Cannibalist Manifesto" by Leslie Bary
> "Anthropophagic Subjectivity" by Suely Rolnik
> "Jenseits des Identitätsprinzips - Die Anthropophagieformel" von Suely Rolnik
Tuesday, 18.05.2010
19:00h
Von Taktik zu Strategie
Schlüssel nachhaltiger Subversion
Strategie wird oftmals dargestellt als würde sie sich auf
eine Position der Macht beziehen, mit einem isolierten
Territorium und einem deutlich abgegrenztem Anderem,
als ob Strategie an sich konservativ wäre und auf marginale
Praxen heterogener Agenten von Veränderung nicht an-
wendbar. Wenn aber das Konzept des Territoriums von
absoluten Räumen (wie Mauern, Brücken, Strassen, Bergen
oder Landesgrenzen) auf die relationale Raum-Zeit des
subjektiven Erlebens ausgedehnt wird, umfasst es auch
Träume, Erinnerungen, Frustrationen, Sehnsüchte und
Phantasmen. Die langfristigen Wirkungslinienverdeckten
Imagineerings und der Technologien der Vorstellungskraft
reichen weit über unmittelbare taktische Interventionen
oder ihre dekorativen Aneignungen hinaus. Strategien der
Veränderung und der Beeinflussung relationaler Raum-Zeit
in der Informations-Matrix verwandeln Potenziale kognitiver
Arbeit in strategische Realitäten.

Strategic Reality Dictionary (2009)
Eine Veranstaltung in der Vortragsreihe Ästhetik@Subversion
der Vertiefung Theorie in Zusammenarbeit mit dem Master of
Fine Arts des Departements Kunst & Medien der Zürcher
Hochschule der Künste ZHdK.
Monday, 24.05.2010
19:00h
Francy Alys Filmabend

DVD Cover
mit den folgenden Filmen:
"Wide details: On the traces of Francis Alÿs"
by Julien Devaux (2006, 56’)
"Entretien avec Carlos Monsiváis"
by Francis Alÿs (2005, 22’)
"The Collector"
by Francis Alÿs (2006, 19’)
"Le temps du sommeil"
by Kitty Scott (2008, 9’)
"The Thief"
by Francis Alÿs (1999)
Monday, 21.06.2010
19:00h

Felix Gonzalez-Torres, Perfect Lovers, 1987
Der Lesetext "The Uses of Disorder: Joe Scanlan
on the art of Felix Gonzalez-Torres" kann unter
theorytuesdays@gmail.com bestellt werden.
Monday, 28.06.2010
19:00h
Filmabend

Here Is Always Somewhere Else: The Life of Bas Jan Ader
The film "Here Is Always Somewhere Else" is the critically acclaimed documentary about enigmatic Dutch/Californian artist Bas Jan Ader (1942-1975), whose daring conceptual performances culminated in his mysterious disappearance at sea.
Thursday, 01.07.2010
19:00h
Ian Rodney Wooldridge, a British filmmaker based in London and currently working in Zurich, will screen four recent works:
— Untitled (2010) A work in progress 4min
"The main film to be screened is a work in progress that assembles 4 males to produce an aesthetic harmony through movement. The movement in the film and the strategies applied to the edit form were developed with a disjointed wit from the swing of a pendulum and ideas around the pendulum's hypnotic powers. A fifth, core element that represents the physical pendulum is a sculpture by the Artist Rich Gasper."

Untitled (2010)
Two collaborations with Hannah Martin for showstudio.com
— Vincent (2008) 1min30
— Untitled (2009) 1min30
— The Tuba (2009) 5min
— To Ape and to Parrot (2008) 10min
Monday, 05.07.2010
19:00h

Danh Vo
Der Lesetext "Danh Vo in Conversation with Dominic Eichler" wird eine Woche vor der Sitzung hier zum Download verfügbar sein.
Monday, 12.07.2010
19:00h
Visiting Artist Series
Visiting Artist Talk - Chris Tourre (Chicago, USA)
Christopher Tourre is a Chicago-based artist and part
of Unit 2 Art and Design Collective. Tourre's work
explores community, spirituality, and the folkier aspects
of culture while highlighting participation and DIY culture
as critical components to his art-making. Tourre obtained
a BFA in Sculpture from The Pennsylvania State University
and an MFA in Studio Arts from the University of Illinois at
Chicago. His work has been shown at various venues
including most recently the Museum of Contemporary
Art (Chicago), Co-Prosperity Sphere, Gallery 400, Eel Space
and The South Side Community Arts Center.
Unit 2 Website
http://www.unit2.us

Chris Tourre
Thursday, 15.07.2010
19:00h
Die in New York lebende Künstlerin Heidrun Holzfeind stellt drei ihrer neusten Arbeiten vor. "Mexico 68" besteht aus einer achtzehnteiligen Interviewserie, die zwischen 2005 und 2007 entstand. Darin dokumentiert Holzfeind die individuellen Lebensläufe ehemaliger Studierender der Universität Mexiko, die 1968 ein Sechspunkteprogramm für bürgerliche Freiheiten und gegen staatliche Repression formulierten. Auf diese Forderung folgten landesweite Streiks, die kurz vor der Olympiade 1968 in Mexiko, zur Besetzung der "Ciudad Universitaria" (CU), einer nach den architektonischen Konzepten der Moderne gestrickter Campus, durch die Armee führten. Es folgte ein Massaker an den Studierenden und eine Verhaftungswelle. Die Opfer wurden in den letzten Jahren für ihr Leiden offiziell vom Staat Mexiko entschädigt, wobei die historischen Ereignisse gesellschaftliche noch nicht komplett aufgearbeitet und akzeptiert sind.

Mexico 68
Holzfeind nähert sich diesen Geschehnissen nicht mit den Mitteln der Geschichtsschreibung, die eine Objektivierung der Ereignisse suchen würde. Vielmehr macht sie in ihren Arbeiten die zeitliche Distanz der Aussenstehenden deutlich
und zeigt die Verstrickungen des Individuums in den historischen Begebenheiten sowie deren Idealvorstellungen von Gemeinschaft, die an der herrschenden politischen Situation zerschellten. Zuletzt wirft auch "CU" in 53 ganzseitigen Fotografien die Frage auf, inwiefern die Architekturmoderne die Vorstellungen von Freiheit und Gemeinschaft, die sie anfänglich als ihr Paradigma erhob, hat oder hätte einlösen können.
Ähnlich verhält es sich mit "Behind the Iron Gate / Za Zelazna Brama", einer Dokumentation des Lebens in der Warschauer Planstadt, die in den Jahren 1965-1972 auf den Trümmern des Jüdischen Ghettos errichtet wurde, die im Kinoraum gezeigt wird.
Heidrun Holfeinds Arbeit zeichnet sich dadurch aus, dass sie augenscheinlich mit den Mitteln der Dokumentation arbeitet, damit aber eine Form der künstlerischen Forschung betreibt. Dieser Ansatz erlaubt es Erkenntnisfragen, wie sie üblicherweise in der Wissenschaft zum Zuge kommen, um eine ästhetische Form zu erweitern, die subjektive und individuelle Momente einfangen kann.
Das Gespräch wird moderiert von Stefan Wagner.
Die drei Arbeiten sind bei Kodoij Press in Baden erschienen, der von Winfried Heininger geführt wird. Kodoji Press setzt nicht auf bestehende Distributionssysteme, sondern auf Direktvertrieb und ein Netzwerk aus ausgewählten Buchläden, Museumsshops und Kunstmessen.
Mexico 68/CU erscheint in einer zweibändigen Auflage von 700 Stück.
Behind The Iron Gate / Za Zelazna Brama erscheint als DVD mit Booklet in einer Auflage von 500 Stück. Herausgegeben von CCA Ujazdowski Castle, Warsaw .
Die Veranstaltung erfolgt in Zusammenarbeit mit Motto Distribution Zürich und Kodoji Press Baden.
Monday, 19.07.2010
19:00h

What We Want Is Free
"Blows Against the Empire" by Ted Purves from the book
"What We Want Is Free: Generosity and Exchange in Recent
Art"
Wednesday, 21.07.2010
20:00h
F.R.David - The "With Love," issue

.
"An Attempt to Evolve, XXIV: Berkeley the circling dog"
Two dogs sit in a room, furnished by a nurturing hand (cut flowers, floral curtains, labelled storage pots). Actually, one of them doesn’t sit, nor lie on the plainly up holstered chaise-longue. His ears hang down, as do the corners of his mouth and the brow above the eyes that stare desperately into an unseen space. His head is propped up by the wide back of the chaise-longue, which also ensures that he won’t see – only hear the questions from behind his right shoulder, of – the other dog with the pointed ears, sitting: wide-eyed, upright and smiling in a straight-backed chair; he supports a pad on his right leg (crossed over left), and pen, in hand, to take down the response to
“And if you ever did catch your tail,
are you sure it would make you happy?”

.
Die Veranstaltungsreihe untersucht die strategische Verwendung von historischem Material im Rahmen künstlerischer Praxen. Anhand von Vorträgen soll thematisiert werden, wie bildende Künstler gegenwärtig historisches Material benutzen um aktuelle Diskurse zu befragen oder zu unterminieren, und welche narrativen Modelle von (Kunst-)Geschichte dieser Beschäftigung zugrunde liegen.
When Europe Speaks with One Voice wird veranstaltet von Lucie Kolb und Romy Rüegger.
Tuesday, 24.08.2010
18:00h -
Friday, 10.09.2010
THREE NEW BOOKS
Roma Publications Amsterdam
mit Uta Eisenreich, Jan Kempenaers, Louis Lüthi
26. August - 11. September 2010
Eröffnung: Mittwoch, 25. August, 18 - 22 Uhr
Öffnungszeiten: Donnerstag, Freitag 12 - 19 Uhr / Samstag 12 - 17 Uhr
Als der Künstler Mark Manders und der Graphic Designer Roger Willems 1998 den Verlag Roma Publications in Amsterdam gründeten, rechneten sie kaum damit, dass sie bis im Sommer 2010 mehr als 140 Bücher publiziert haben sollten.
Die Künstlerin Uta Eisenreich studierte Fotografie sowie Grafik. Von ihr erschien „A NOT B“ (Roma Publication Nr. 138), ein Buch das massgeblich auf Intelligenztests für Kinder basiert und dadurch die Frage von Normierung unseres Denkens anspricht. Sie wird eine Video-Installation zeigen. Louis Lüthi arbeitet als Graphic Designer und veröffentlichte „On the Self-Reflexive Page“(Roma Publication Nr. 139). Seine Publikation ist als ein Essay aus Zitaten und Anspielungen zu verstehen, das in der Ausstellung in ein neues Display überführt wird. Zusätzlich wird Lüthi an der Vernissage am 25. August um 19 Uhr einen Vortrag über seine Arbeit halten. Der Fotograf Jan Kempenaers veröffentlichte mit „Spomenik“ (Roma Publication Nr. 142) ein Bildband monumentaler Betonplastiken aus dem ehemaligen Jugoslawien. Kempenaers wird mehrere Fotos aus dem Buch im grossen Ausstellungsraum zeigen sowie an der Eröffnung ein Gespräch mit Publikum (20 Uhr) durchführen.
THREE NEW BOOKS kann durchaus als eine Reminiszenz an die Kraft und Stärken des Papiers gelesen werden. Sie ist aber ebenso eine Feststellung, die auf der Beobachtung basiert, dass heute immer mehr kleinere Verlage im Kunstbereich entstehen. Diese messen sich nicht an den Richtlinien profitorientierter Unternehmen, sondern setzen sich selbst eine sorgfältige und inhaltliche Beschäftigung mit Themen als Messlatte, die durchaus auch ethische Züge tragen kann. Die Druckerzeugnisse, die nicht durchwegs die Form eines Buches tragen, unterlaufen die Lesegewohnheiten einer breiten Leserschaft: Irritationen und Umwege beim Lesekonsum sind also vorprogrammiert. Die Beweggründe für dieses Vorgehen sowie die Absichten einer solchen Arbeitsweise wird der Verleger Roger Willems am Donnerstag 26. August um 18 Uhr im Perla-Mode weiter erläutern. Weitere Veranstaltungen werden kurzfristig über die Website und per Newsletter angekündigt.

...
Die Ausstellung wird in Kooperation mit Motto Distribution Zürich präsentiert.
Sunday, 29.08.2010
19:00h
Re-Enactments und Aktualisierungen
Die Vergangenheit steht hoch im Kurs der Gegenwart. Das tat sie bereits in hochmodernen Zeiten, zu Beginn des letzten Jahrhunderts, als 'das Neue' noch offen angesteuert wurde und die Vergangenheit als Abstossungspunkt herhalten musste. Heute scheint die Vergangenheit der Gegenwart den Rang abgelaufen zu haben, scheint die Bewegung sich umgekehrt zu haben. 'Das Neue' wird für die Gegenwart verschämt als ideologische, modernistische Figur weit von sich gewiesen, während es als Figur der Moderne, als Zitat der eigenen Vorvergangenheit allgegenwärtig ist. In den unzähligen modernistischen und konzeptuellen Referenzen und Zitaten die in der Gegenwartskunst zirkulieren, tritt die Gegenwart nicht selten die Verantwortung für ihre Formen, Themen und Zusammenhänge an die Vergangenheit ab, die ihre Legitimation und kulturelle Distinktion verspricht. Der seit Jahren nicht abreissende Trend dazu in der Gegenwartskunst Historisches als Formatvorlage zu benutzen und es in Re-enactments und Historisierungen als Widergänger und visuelle Autoritäten einzusetzen, die der eigenen Arbeit, der eigenen Ausstellung, dem eigenen Text eine Berechtigung geben, die der Gegenwart selbst nicht eigen zu sein scheint, hat sich mittlerweile zu einer eigenen Untergattung verdichtet. Immer schon lag im Kern der institutionskritischen Kunst die Recherche. Doch jetzt, wo in Europa zentrale Institutionen der Gegenwartskunst die Kritik als ihr Label angenommen haben, reicht der historische Bezug selbst aus, um die eigene Kritikalität zu demonstrieren. Mit der historischen Referenz wählt man das Erbe das man antreten möchte: in meinem Fall, das des Realismus. An seinem Beispiel möchte ich versuchen in unterschiedlichen historischen und gegenwärtigen Arbeiten und Projekten die Differenz zwischen Re-enactment und Aktualisierung nachzuvollziehen, den Unterschied zwischen einem autoritären Zitat der Vergangenheit als untoter Legitimation und den Versuchen ihre vergangene Gegenwärtigkeit ins Heute zu übersetzen und die Verantwortung die sie bedeutete zu aktualisieren.

..
When Europe Speaks with One Voice wird veranstaltet von Lucie Kolb und Romy Rüegger.
Tuesday, 31.08.2010
18:00h
Der Kunsthistoriker Rémi Jaccard eröffnet sein dreimonatiges Feldforschungsprojekt Urban Art Surveillance für seine Dissertation über Streetart.

...
Teile der Stadt Zürich werden über längere Zeit auf Spuren von Streetart untersucht und dokumentiert. Das Dokumentationsmaterial wird während dieser Zeit im Schaufenster Seite Brauerstrasse ausgestellt und regelmässig aktualisiert. Begleitend werden Diskussionen und Begehungen stattfinden.
Monday, 06.09.2010
20:00h

Lawrence Weiner
Text: Excerpts from “Having Been Said: Writings & Interviews of Lawrence Weiner 1968-2003”
> Lawrence Weiner - Writings and Interviews
Tuesday, 07.09.2010
19:30h
SCHALLPLATTEN-COVER: WISSENSWERTES & ANEKDOTISCHES
Präsentation mit Tonbeispielen
Chris Cutler gründete 1978 in London das Label Recommended Records (ReR) als Plattform für politische und experimentelle Musik aus dem Umfeld von Rock in Opposition (RIO). Auf dessen Anregung starteten 1979 Veit Stauffer und Daniel Waldner RecRec Zürich als Musikvertrieb, organisierten ab 1980 Konzerte, gründeten 1981 den RecRec Laden und 1983 das RecRec Label. Nach einer turbulenten und bewegenden Geschichte hat sich der RecRec Laden erhalten und unter der Leitung von Veit Stauffer zu einem Knotenpunkt verdichteten musikalischen Wissens entwickelt.

Veit Stauffer im Passagenhaus in Dalvazza/KĂĽblis, GraubĂĽnden, April 2010
Meilensteine aus der Geschichte dieser Musik präsentiert Veit Stauffer nach Auftritten in Baden (Aargau) und Dalvazza/Küblis (Graubünden) nun auch im Corner College. In spontaner Reihenfolge gibt es Covers von Künstlern, rare Singles mit Bildhüllen, Tonträger malender Musikerinnen (oder musizierender Maler), herausragende Musikerinnen, stilprägende 1980er-Jahre-Covergestalter, wie auch witzige Beispiele (unbewusster) konkreter Poesie.

K.K. Forum C.C.
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe Forum KK für Forschung in Kunst und Kultur am Corner College Zürich in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Kulturwissenschaften (SGKW), unter der Leitung von Michael Hiltbrunner.
Wednesday, 08.09.2010
19:00h
Das Potosí-Prinzip – Principio Potosí – hat im Spanischen zwei Bedeutungen. Die erste ist zeitlich und meint einen Beginn oder Ursprung (Principio = Anfang), in der zweiten kann Principio Potosí eine technische oder mechanische Funktion beschreiben, die an sich wiederholbar ist (Principio = Prinzip). Aber Das Potosí Prinzip ist hier vor allem der Titel eines künstlerischen Projektes, das zuvor im Museum Reina Sofía in Madrid ausgestellt wurde (12.05.-06.09.2010) und nun vom 08.10.2010 bis 02.01.2011 im Haus der Kulturen der Welt in Berlin zu sehen sein wird. Von Februar-Mai 2011 reist die Ausstellung ins Museo Nacional de Arte in La Paz. Gemeinsam kuratiert wurde das Projekt von Alice Creischer, Max Jorge Hinderer und Andreas Siekmann.
Potosí ist eine Minenstadt im heutigen Bolivien, die Ende des 16. Jahrhunderts so prächtig ist wie London oder Paris. Das dort in Zwangsarbeit geförderte Silber trägt entscheidend zur Entwicklung des europäischen Kapitalismus bei. Im Zuge dieser kolonialistisch-ökonomischen Dynamik wird eine Massenproduktion von Bildern nicht nur in Spanien, sondern auch in den spanischen Kolonien freigesetzt. Die in der Ausstellung das Potosí-Prinzip vorgestellten Werke des „andinen Barocks“ bezeugen, dass kulturelle Hegemonie keine symbolische Größe ist, sondern eine Gewalt. Für die Ausstellung antworten etwa 20 zeitgenössische Künstler auf die Kolonialbilder mit eigenen Arbeiten/Recherchen. Ziel dieses Dialogs ist zu zeigen, dass es Zusammenhänge gibt zwischen der Funktion der Kolonialmalerei der Gegenreformation und der Funktion, die das Kunstsystem heute übernimmt, um die neuen Eliten der Globalisierung mit Legitimität auszustatten.

...
Einen wichtigen Part spielen in der Ausstellung die sogenannten „abwesenden Bilder“, d.h., diejenigen Bilder, die nicht ausgeliehen werden konnten. Die Gründe für das Nicht-Ausleihen von Bildern von Seiten einiger europäischen und bolivianischen Institutionen zeigt, wie prekär die transatlantischen Abkommen über die Verantwortung gegenüber der (Kolonial-)Geschichte in Wirklichkeit sind. Um diese sehr konkreten Geschichten der Abwesenheiten zu vergegenwärtigen, werden in der Ausstellung die Abwesenheiten selbst ausgestellt, und zwar indem ihnen der gleiche physische Raum zukommt, den sonst die großformatigen originalen Bilder eingenommen hätten. Zu den Geschichten der Abwesenheiten lässt sich für den Vortrag im Corner College aber noch eine weitere ergänzen: die Geschichte der Abwesenheit des Kataloges während der Ausstellung im Museo Reina Sofía. Anhand dieses Fallbeispiels soll dargestellt werden, wie schwierig es sein kann beides mit einem Projekt leisten zu wollen: 1. einen geschichts-kritischen Diskurs in der Institution, und 2. einen institutionskritischen Diskurs in der Geschichte (also heute) zu entfachen.

...
When Europe Speaks with One Voice wird veranstaltet von Lucie Kolb und Romy Rüegger.
Monday, 13.09.2010
20:00h

Beat Wyss
Text 1: “Platzt der Kunst das Herz?” Gespräche Daniel Binswanger
Die Preise explodieren, für die internationale Geldelite ist Kunst der ultimative Luxus. Ein Gespräch über ein globales Phänomen.
Link: http://dasmagazin.ch/index.php/platzt-der-kunst-das-herz/
Text 2: "The Fracturing of Globalisation" by Julian Stallabrass
Tuesday, 14.09.2010
19:00h
Im Alltag begegnen sie uns ganz selbstverständlich: Ein Song erklingt am Radio, wir setzen uns auf einen Stuhl und auf dem Weg nach Hause gehen wir an unzähligen Postern vorbei. Manchmal fragen wir uns jedoch, wie jemand auf die Idee kam, etwas genau so zu tun und nicht anders. Was stand am Anfang? Eine Eingebung, ein Auftrag? Wie ging es weiter, wer war beteiligt?

...
Die Vortrags- und Gesprächsreihe Blackbox, die von Flavia Caviezel und Sabine Hagmann konzipiert und organsiert wird, bringt Licht ins Dunkel: KünstlerInnen und GestalterInnen verschiedener Disziplinen erzählen am konkreten Beispiel über ihre Arbeit, über die Entstehungsprozesse eines spezifischen Werks oder "Produkts". Dabei steht der ganz konkrete Arbeitsablauf im Vordergrund.
Blackbox wird eröffnet mit der Bildenden Kunst. Reto Boller, Klodin Erb und Christian Vetter sprechen über Malerei und eines ihrer Bilder.
Blackbox wird finanziell von der Ernst Göhner Stiftung, der Gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons Zürich, Kultur Stadt Zürich, der Stiftung Kunstsammlung Albert und Melanie Rüegg sowie der Georges und Jenny Bloch-Stiftung unterstützt.
Wednesday, 15.09.2010
20:00h
Der lokale Kontext ist entscheidend für die Auseinandersetzung mit Urban Art. Die Exkursion mit dem Architekten Christoph Dubler lädt ein zur Entdeckung der städtebaulichen Situation in den Sektoren rund um das Corner College, die in der Untersuchung Urban Art Surveillance zu Anwendung kommen. Treffpunkt 20h im Corner-College an der Langstrasse 84 in Zürich.

...
Diese Veranstaltung findet im Rahmen des Dissertationsprojekts Urban Art Surveillance von Rémi Jaccard statt.
Monday, 20.09.2010
20:00h

The Conspiracy of Art
Text: Excerpts from “The Conspiracy of Art” by Jean Baudrillard
> Jean Baudrillard
> Jean Baudrillard
Sunday, 26.09.2010
09:00h -
Friday, 01.10.2010
Täglich von 9-17 Uhr während einer Woche wird das Künstlerinnenduo Chuck Morris zu Machtdarstellung und Blickinszenierung im grossen Ausstellungsraum des Perla-Mode recherchieren. Öffentliche Choreografien höfischer Zeremonien spielen hier genauso eine Rolle wie Utopien der Performance Kunst der 60er Jahre oder juristische Grauzonen im heutigen Arbeitsrecht. Im Raum - zugleich hinter den Kulissen und auf der Bühne - untersucht Chuck Morris Attribute und unsichtbare Strategien vergangener, heutiger und kommender Herrscherinnen. Während der Recherchewoche werden täglich weitere Königinnen, wissenschafliche Stimmen und die Öffentlichkeit in einen Salon zur "queen time" (s. detailliertes Programm unten) eingeladen.

souvereines undressed
PROGRAMM "queen time"
Täglich ab 19 Uhr öffnet Chuck Morris die Türen für die "queen time", um sich mit ihr einer öffentlicher Debatte zu stellen. Als Teil der Vorbereitungen vor dem Krönungszeremoniell am Samstag fokussieren die fünf Abende auf Machtverhältnisse im Zusammenhang mit Blick, Nacktheit, Arbeit und Souveränität. Das Protokoll lädt alle Interessierten zur Teilnahme ein.
Montag 27.9., 19 Uhr
FRAGENPROTOKOLLE
Einführung "souvereines undressed" im Gespräch mit den Gastgebern von Corner College: Wer ist Chuck Morris, welche Fragen interessieren sie, wie ist das Untersuchungsfeld der öffentlichen Recherchewoche zu umreisen? Welche Instrumente und Protokolle nutzen Chuck Morris für ihre Arbeit?
-
Dienstag 28.9., 19 Uhr
DEZIVILISIERTE KÖRPER - KONZEPTE DER NACKTHEIT IM THEATER DER GEGENWART
Vortrag der Theaterwissenschaftlerin Ulrike Traub
Chuck Morris erinnert sich an vergangene Utopien der Performance Kunst und erfährt mehr über gegenwärtige Körperstrategien. Dabei interessiert eine zentrale Frage: Kann Nacktheit als Maske operieren?
-
Mittwoch 29.9., 19 Uhr
ÜBERSTUNDEN / FEIERABEND
Wie können Chuck Morris ihre eigenen Produktionsbedingungen mitbestimmen und gibt es einen Unterschied zwischen Überstunden und Feierabend? Ein Abend, an dem auch durchaus nichts passieren kann.
-
Donnerstag 30.9., 19 Uhr
FÜR WEN ARBEITEN WIR
Chuck Morris unterhält sich über den Arbeitsalltag als Gast im Quartier, lässt sich beraten und möchte gerne wissen, wie es den Menschen geht, die jeden Tag auf Besuch kommen. Wie spricht das Künstlerinnenduo über etwas, das sie nicht kennen? Eingeladen zum Gespräch ist Claudia Ackermann, Arche Beratung und Gassenarbeit. Sie lebt und arbeitet als Sozialarbeiterin im Sozialraum Langstrasse und ist Mitglied des Kollektivs stadtlabor, welches Wohn- und Stadtentwicklungsfragen thematisiert.
http://www.stadtlabor.ch
http://www.archezuerich.ch
-
Freitag 1.10., 19 Uhr
SOUVERENITÄT
Vortrag von Chuck Morris
Der Doppelkörper Chuck Morris gibt weiter, was er bisher an Wissen zu Souveränität gesammelt hat und generiert im Gespräch mit allen Anwesenden weitere Fragenkataloge. Wie wird das am Körper getragene Wissen sichtbar?
-
Samstag 2.10., 11 Uhr
KRÖNUNGSZEREMONIE
Am Samstag 2.Oktober 2010 wird Chuck Morris zur kommenden Königin gekrönt. Nach dem Zeremoniell bleiben die Türen offen: Es gibt Reste und Spuren der Recherchewoche souvereines undressed zu sehen sowie die Möglichkeit einer privaten Audienz mit der kommenden Königin. Bis 17 Uhr.
souvereines undressed ist eine Rechercheprojekt für eine Performance, die im Rahmen von Freischwimmer 2011 in Kooperation mit dem Theaterhaus Gessnerallee realisiert wird.
Monday, 27.09.2010
20:00h
Theory Tuesdays
Visiting Artist Series: Jana Stepanova

Capture from the “United We Stay / Family map” series, 2007
Jana Stepanova, a Prague-based visual artist and designer, participated in a three-month residency in Zurich by a Swiss foundation ProHelvetia (June–August 2010). In her work, Jana often subverts social reality, control and system as well as commonly accepted values by releasing fake websites, magazines or creating fake identities. Recently, the Czech ministry of Labour and Social Affairs had filed criminal charges against her for internet project “rent-a-baby”.
The residency enabled Jana to expand her community-based long-term project United We Stay/Family Map with Swiss families. By engaging local families she explores the Norms and Normatives regulating the society. She started the project in the USA in 2004 and continued than in Germany, Belgium and Czech Republic.
In October 2010, she will present her project in the “Storytelling” show, curated by Dimitrina Sevova in the White Space/Zurich (Opening October 1st, 2010)
Link: http://www.rent-a-baby.cz
Monday, 27.09.2010
19:00h
DEZIVILISIERTE KÖRPER - KONZEPTE DER NACKTHEIT IM THEATER DER GEGENWART

Hans Makart, Frauenakt, um 1873
Die Theaterwissenschaftlerin Ulrike Traub wird im Rahmen des öffentlichen Rechercheprojekts souvereines undressed einen Vortrag zur Nacktheit im Theater halten.
Tuesday, 28.09.2010
19:00h
Die Veranstaltungsreihe Blackbox, die von Flavia Caviezel und Sabine Hagmann konzipiert und organsiert wird, bringt Licht ins Dunkel: KünstlerInnen und GestalterInnen verschiedener Disziplinen erzählen am konkreten Beispiel über ihre Arbeit, über die Entstehungsprozesse eines spezifischen Werks oder "Produkts". Dabei steht der ganz konkrete Arbeitsablauf im Vordergrund.

...
In der zweiten Ausgabe von Blackbox diskutieren ArchitektInnen über ein Wohnhaus. Eingeladen sind Alain Roserens/Lorenz Baumann, Jens Studer und Nadja Vitt.
Blackbox wird finanziell von der Ernst Göhner Stiftung, der Gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons Zürich, Kultur Stadt Zürich, der Stiftung Kunstsammlung Albert und Melanie Rüegg sowie der Georges und Jenny Bloch-Stiftung unterstützt.
Wednesday, 29.09.2010
20:00h
Street, Urban, Guerilla, Public [...] Art:
Von Kategorien, Namen und Vorurteilen
Auch wenn für die Praxis im Umgang mit "Urban Art" keine Notwendigkeit einer einheitlichen Benennung besteht, kommt der theoretische Umgang nicht ohne Kategorien aus. Noch existiert dafür kein verbindlicher Kanon, und die unterschiedlichen Bezeichnungen mit ihren Konnotationen und Abgrenzungen stehen für ein bestimmtes Verständnis des Phänomens "Urban Art". Die Diskussion geht der Frage nach: Welches ist der beste Namen und wieso?

...
Diese Veranstaltung findet im Rahmen des Dissertationsprojekts Urban Art Surveillance von Rémi Jaccard statt.

